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	<title>Sport &#38; Design Drachen &#187; Wissen &amp; Planen</title>
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	<description>Das Magazin für Drachen-Sport</description>
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		<title>Like a Satellite &#8211; Die atemberaubenden Ideen des Finnen Marten Bondesam</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 14:32:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl er nicht an Alkohol interessiert ist, stellt er seinen eigenen Wein her, und obwohl er nicht an feiner Literatur interessiert ist, hat er mehrere Bücher über experimentelle Literatur geschrieben. Studiert hat der vielschichtige Künstler, der stets neue Visionen zum&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/like-a-satellite-die-atemberaubenden-ideen-des-finnen-marten-bondesam/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Obwohl er nicht an Alkohol interessiert ist, stellt er seinen eigenen Wein her, und obwohl er nicht an feiner Literatur interessiert ist, hat er mehrere Bücher über experimentelle Literatur geschrieben. Studiert hat der vielschichtige Künstler, der stets neue Visionen zum Thema Drachen hat, Kunstphilosophie und Sozialwissenschaften. Sein Name: Marten Bondestam. Mit dem aus Finnland stammenden Drachenbauer unterhielt sich Sport &#038; Design Drachen über seine Entwicklungen, die Höhenrekordversuche und spannende Projekte für die Zukunft.</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wissen_0111/aufmacher.jpg" alt="" class="entry2" /><br />
<strong>Mit seinen Taschen- und Hosendrachen experimentiert Marten viel herum</strong></p>
<div id="bild">
<a href="wp-content/files/wissen_0111/01_big.jpg" rel="lightbox[bauen_0410]"><img src="wp-content/files/wissen_0111/01.jpg" alt="" class="entry2" /></a><br />
<strong>Hier wird der Finne zum heißblütigen Torero</strong><br />
<a href="wp-content/files/wissen_0111/02_big.jpg" rel="lightbox[bauen_0410]"><img src="wp-content/files/wissen_0111/02.jpg" alt="" class="entry2" /></a><br />
<strong>Bondestams eigene Interpretation eines Fächers</strong>
</div>
<p><strong>Sport &#038; Design Drachen:</strong> Marten, als Erstes hätten wir gerne gewusst, was Dich an Drachen fasziniert.</p>
<p><strong>Marten Bondestam:</strong> Drachen sollen in erster Linie schöne Erlebnisse bieten. Hierzu zwei kleine Beispiele: Meine Frau Kati und ich experimentierten mit einer 7 Meter langen Röhre mit einem Durchmesser von 1,5 Metern, die wir zum Fliegen bringen wollten. Sie rollte zwar nur über den Boden, aber wir lachten und lachten. Später versuchte ich, eine kleine Röhre zum Fliegen zu bringen, bei der ich die Waage wie bei einem Schlittendrachen angebracht hatte, doch stabil flog auch sie nicht. Der Reiz neuer Erfolge ist beim Drachenbau essenziell. Zudem habe ich die Feststellung gemacht, dass man selbst da oben beim Drachen ist, genau so, wie der Blindenstock eine Verlängerung des Wahrnehmungsbereichs für Blinde ist.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Finnland ist nicht gerade als Drachenmekka bekannt; was macht für Dich das Besondere an Deinem Land aus?</p>
<p><strong>MB:</strong> Das Erlebnis, das ich am meisten genossen habe, war in einem Frühjahr auf einem zugefrorenen See im östlichen Finnland. Ich flog einen Delta, der von Wolke zu Wolke segelte. Ich wunderte mich: Es herrschte totale Ruhe und Sonnenschein, am Boden war kein Wind zu spüren. Hier und da ein wenig Schnee, überall um mich herum das ins schwarze Wasser wegbrechende Eis. Allein mit meinem Drachen, mehrere Kilometer von den nächsten Menschen entfernt.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Wie kam es zu Deinem persönlichen Höhenrekord in Halikko?</p>
<p><strong>MB:</strong> Im Winter sind manche Tage am Boden absolut windstill und man muss schon mindestens 200 Meter Schnur für einen Hochstart benutzen. Nachdem ich das Gestänge meines Deltas immer dünner gemacht hatte, um ihn leichter zu bekommen, stieg er endlich langsam in die Luft. Bis zu den Wolken stieg er auf, dann fing er an, Kreise zu drehen. Ein großartiger Anblick. Ich rannte zum Haus und rief alle Leute zusammen, damit sie sich das ansehen konnten. Es war aber kein Drachen mehr am Himmel zu sehen – nur die Schnur, die ich an einer Brücke befestigt hatte, zeigte steil nach oben. Mein jüngerer Sohn lief auf den zugefrorenen See und konnte erst in großer Entfernung den schwarzweißen Drachen am Himmel sehen. Die gemessene Höhe betrug 970 Meter!</p>
<p><strong>SDD:</strong> Wie man an Deinen Drachen unschwer erkennen kann, hat Dich immer das Ungewöhnliche gereizt, seien es Folie, Mülltüten oder Einmalhandschuhe für Maler.</p>
<p><strong>MB:</strong> Das stimmt, dabei ist die Entwicklung von Drachen ein hartes Stück Arbeit. Der Taschendrachen wurde patentiert; er kann viele verrückte Formen haben. Ein weiterer von mir entworfener Drachen ist der Hosen-Drachen: Einfach zwei Taschen für die Luft und eine simple Naht zum Zusammenhalten. Er kann zu jeder Figur geformt werden, egal ob Mensch oder Tier. Einer meiner erfolgreichsten Drachen ist die Friedenstaube, die aus drei Blättern DIN-A4-Papier hergestellt wird, wobei zwei für die Flügel und eines für den Körper verwendet werden.</p>
<p><strong>SDD:</strong> An Ideen mangelt es Dir also nicht – verrate uns doch etwas über Dein neuestes Projekt!</p>
<p><strong>MB:</strong> Ich plane einen Drachen, dessen Leine nicht am Boden, sondern an einem Fallschirm befestigt ist. Dieses fliegende System, mit Wettersonde ausgerüstet, soll in Höhen über 12 Kilometer jahrelang fliegen. Das Prinzip beruht darauf, dass der Wind in großen Höhen im Durchschnitt stärker weht als in niedrigen Schichten. Auf den Drachen wirken also größere Kräfte ein als auf den viel tiefer befindlichen, auf- und absteigenden Fallschirm. Der arbeitet als horizontale Bremse und hält die Drachenschnur gespannt. Es entsteht somit ein relativer Wind, der auf den Drachen einwirkt und dafür sorgt, dass er weiterfliegt.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Das klingt sehr spannend, wie sehen die Erfolgschancen aus?</p>
<p><strong>MB:</strong> Die Idee habe ich dem Direktor der Entwicklungsabteilung von Vaisala präsentiert, dem größten Produzenten von Wettersonden. Er hält meine Theorie für realistisch und sagt, sie wird funktionieren. Neben Vaisala kooperiere ich zudem mit dem finnischen Wetterdienst.<br />
<strong>SDD:</strong> Welche Probleme könnte es geben?</p>
<p><strong>MB:</strong> Zum einen darf der Drachen nicht ohne Erlaubnis in den russischen Luftraum eintreten, wegen Spionagegefahr. Zum anderen ist da der in der oberen Troposphäre und der unteren Stratosphäre stark wehende Jetstream, wobei der Wind innerhalb von wenigen hundert Meter extrem variieren kann. Das Hauptproblem aber ist der gewöhnliche Luftverkehr, der nicht gestört werden darf. Wir werden mit Miniaturversionen, die nur ein paar Gramm wiegen, unsere Versuche beginnen. Ich habe viele Details studiert und Probleme gelöst. Dies ist mehr als nur ein Drachen und ein Fallschirm.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Das wäre eine Wiederbelebung des Drachens für die Wissenschaft. Wir sind sehr auf die weitere Entwicklung gespannt.</p>
<p><strong>MB:</strong> Das ist noch nicht alles, da sich eine mögliche weitere Stufe abzuzeichnen beginnt. Der finnische Wetterdienst wird bei der nächsten russischen Satellitenmission zum Mars Versuche unternehmen. Dabei soll eine abgewandelte Form des Satellitendrachens mit dem entsprechenden Fallschirm den Mars in geringer Höhe kontinuierlich umrunden und Messdaten übermitteln. Die Atmosphäre dort ist sehr dünn, der Drachen könnte somit jahrelang fliegen. Das sind nur Anfangsgedanken. Aber es könnte der erste Drachen auf dem Mars werden!</p>
<p>Interview: Rainer Hoffmann<br />
Fotos: Marten Bondestam</p>
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		<title>Segelturn &#8211; Ferngesteuert über den Strand</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 14:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Fanø – das ist erst einmal Drachenfliegen pur. Und ganz gewiss auch Buggyfahren. Für Hartgesottene kommt vielleicht noch Kitesurfen hinzu. Und ansonsten? Die Liste der Freizeitaktivitäten am Strand muss in diesem Jahr um einen weiteren Spaßfaktor ergänzt werden: das RC-Landsegeln.&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/segelturn-ferngesteuert-uber-den-strand/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fanø – das ist erst einmal Drachenfliegen pur. Und ganz gewiss auch Buggyfahren. Für Hartgesottene kommt vielleicht noch Kitesurfen hinzu. Und ansonsten? Die Liste der Freizeitaktivitäten am Strand muss in diesem Jahr um einen weiteren Spaßfaktor ergänzt werden: das RC-Landsegeln.</strong></p>
<p><a href="wp-content/files/wissen_0410/aufmacher_big.jpg" rel="lightbox[bauen_0410]"><img src="wp-content/files/wissen_0410/aufmacher.jpg" alt="" class="entry2" /></a><br />
<strong>Siegerfoto des Best KAP-Photo during KAPiNED/10</strong></p>
<div id="bild">
<a href="wp-content/files/wissen_0410/01_big.jpg" rel="lightbox[bauen_0410]"><img src="wp-content/files/wissen_0410/01.jpg" alt="" class="entry2" /></a><br />
<strong>Zwei Servos und der Empfänger finden ihren Platz im Rumpf</strong><br />
<a href="wp-content/files/wissen_0410/02_big.jpg" rel="lightbox[bauen_0410]"><img src="wp-content/files/wissen_0410/02.jpg" alt="" class="entry2" /></a><br />
<strong>Hinzu kommt noch die Empfänger-Stromversorgung</strong><br />
<a href="wp-content/files/wissen_0410/03_big.jpg" rel="lightbox[bauen_0410]"><img src="wp-content/files/wissen_0410/03.jpg" alt="" class="entry2" /></a><br />
<strong>Die Reifen versprechen viel Grip auf Sand</strong><br />
<a href="wp-content/files/wissen_0410/04_big.jpg" rel="lightbox[bauen_0410]"><img src="wp-content/files/wissen_0410/04.jpg" alt="" class="entry2" /></a><br />
<strong> Da das ursprüngliche Grau des Kunststoffsegels nicht gefiel, wurde kurzerhand ein neues schickes aus Spinnaker genäht. So wird es auch den Ansprüchen von Drachenfliegern gerecht</strong>
</div>
<p>Dabei ist die Geschichte der Strandsegler zugegebenermaßen gar nicht mal so neu. Bereits 1998 wurde im Schaufenster eines Modellbauladens der Bausatz eines deutschen Herstellers entdeckt. Das Kind im Manne war geweckt und der Bausatz landete wenig später in der heimischen Wer­kstatt. Beim Kitefliers Meeting auf Fanø rollte der Segler dann zum ersten Mal über den Strand. Zwar noch ein wenig behebig und schwerfällig, aber es funktionierte. Ein Anfang war gemacht.<br />
Von der lahmen Schnecke &#8230;<br />
Dann geriet die Sache erst einmal in Vergessenheit, bis im letzten Jahr eine Gruppe von Franzosen zum Kitefliers Meeting kam. Mit im Gepäck: Strandsegler der Extraklasse. Keine Rede mehr von dem langsamen Modell anno 1998, jetzt hatten die Gefährte richtig Speed drauf. Die Franzosen fuhren auf Fanø sogar eine Regatta.</p>
<p>Daheim angekommen wurde erst einmal das Internet nach näheren Informationen zum Thema untersucht und herausgefunden, dass sich in den letzten zehn Jahren tatsächlich eine richtige RC-Strandsegler Szene entwickelt hat. Sogar einzelne Wettbewerbsklassen gibt es mittlerweile: S1, S2 und S3.</p>
<p><strong>&#8230; zum Rennwagen</strong><br />
Während bei einer Yacht der Klasse S1 die maximale Masthöhe auf 100 Zentimeter begrenzt ist, darf dieser bei einem S2 Modell 150 Zentimeter betragen. In der Klasse S3 schließlich gibt es gar keine Begrenzungen mehr und der Strandsegler darf nach eigenen Ideen gebaut werden.</p>
<p>Weitere Recherchen im Internet führten zu einem pensionierten Modellbauer in den USA, der Bausätze von S1- und S2-Yachten anbietet. Robert Weber ist eigentlich Deutscher, der die ersten 30 Jahre seines Lebens in und um München verbrachte. Erst in den 70er-Jahren entschied er sich, in die USA auszuwandern und dort ein Automobilhaus für VW und Porsche zu übernehmen. Zeit seines Lebens interessierte sich Robert Weber für den Modellbau. Erst durch Fesselflugzeuge, später dann auch RC-Autos. Durch seine Werkstatt und aufgrund seiner Liebe für das Hobby entschloss er sich eines Tages, einen Strandsegler zu bauen. Wie sich herausstellen sollte, war dies der Beginn einer großen und erfolgreichen Leidenschaft, die der Deutsch-Amerikaner gleich dreimal mit dem Sieg bei der Americas Cup Regatta für Strandsegler krönen konnte. Im Jahr 2000 zog sich Robert Weber aus dem aktiven Erwerbsleben zurück und konzentrierte sich wieder mehr auf den Modellbau – diesmal in Form von ferngesteuerten Strandseglern. Nach einigen E-Mails stand schnell fest – der nächste Strandsegler sollte einer aus dem Hause Weber werden. Und zwar einer der Klasse S2, denn mit 150 Zentimeter Masthöhe kann er am Strand von Fanø nicht übersehen werden.</p>
<p><strong>Innenleben</strong><br />
Kurze Zeit später brachte der Postbote das ersehnte Paket aus den USA und schnell wurde sich ein erster Überblick über den Bausatz geschaffen. Der Rumpf des Strandseglers war bereits vorgefertigt, die Ausschnitte für Akku, Empfänger und die beiden Servos fertig ausgesägt. Alles was hier gemacht werden musste, war die Lakierung des Holzes. Das Rumpfboot besteht aus einer tiefgezogenen, durchsichtigen Schale, die ebenfalls noch zu lackieren war. Also wurden im ersten Arbeitsschritt sämtliche Beschläge demontiert und der gesamte Rumpf lackiert.</p>
<p>Dann ging es an die Montage der RC-Komponenten. Da der Rumpf bereits einen hohen Vorfertigungsgrad aufwies, konnte dies in nur wenigen Stunden erledigt werden. Einfach die Standardservos an ihren Platz befestigt, Akku montiert und Empfänger mit viel Schaumstoff in die vorgesehene Aussparung gedrückt. Das war es dann schon. Jetzt noch die Feinjustage des Bugrads und dieser Teil der Arbeit war erledigt.</p>
<p><strong>Pimp my Strandsegler</strong><br />
So sehr die gute Qualität des Baukastens begeisterte, ein wenig enttäuschte das Segel. Dieses lag zwar fertig dem Baukasten bei und musste lediglich noch am, ebenfalls vormontierten, Mast befestigt werden. So ganz überzeugte dies indes nicht. Das Segel besteht aus einem sehr kräftigen und steifen Kunststoff und erfüllt sicherlich seinen Zweck. Für Drachenflieger, die die unterschiedlichsten Farben von Spinnaker gewohnt sind, macht die graue Farbe aber nicht viel her. Also wurde noch schnell ein eigenes Segel mit etwas ansprechenderem Design genäht. Hierzu diente das Original aus Kunststoff als Vorlage, um ein neues Segel aus Spinnaker zu fertigen. Letzteres wurde in Sandwich-Technik hergestellt und erhielt zwecks besserer Versteifung noch ein paar Verstrebungen aus GFK.</p>
<p>So gewappnet konnte beim kommenden Aufenthalt auf Fanø nichts mehr schief gehen. Und wirklich – der neue S2-Segler ist kein Vergleich zur ersten Version von vor zwölf Jahren. Hier geht wirklich die Post ab und es macht Spaß, über den Strand von Fanø zu heizen. Was fehlt sind noch ein paar Gleichgesinnte für eine Regatta. Aber wer weiß, vielleicht gibt es im nächsten Jahr beim Kitefliers Meeting ein paar RC-Strandsegler mehr, um die erste Regatta auszufahren.</p>
<p><strong>Text und Fotos:</strong> Ralf Dietrich</p>
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		<title>Geo Art &#8211; KAPen und Archäologie</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 09:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Luftbildfotografie von archäologischen Fundstellen und Objekten mit dem Drachen (KAP) und dem Teleskopstab (PAP) ist ein selten angewandtes, aber spannendes Verfahren. Denn Luftbilder machen dort Strukturen deutlich, wo dem menschlichen Auge Grenzen gesetzt sind.



Schwieriges Startgelände vom Parkplatz der&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/geo-art-kapen-und-archaeologie/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Luftbildfotografie von archäologischen Fundstellen und Objekten mit dem Drachen (KAP) und dem Teleskopstab (PAP) ist ein selten angewandtes, aber spannendes Verfahren. Denn Luftbilder machen dort Strukturen deutlich, wo dem menschlichen Auge Grenzen gesetzt sind.</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wissen_0310/aufmacher.jpg" alt="" width="600" /></p>
<div id="bild">
<img src="wp-content/files/wissen_0310/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Schwieriges Startgelände vom Parkplatz der Wasserburg mitten in Rittersdorf/Eifel<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Römische Villa (Gutshof) Knaulöft bei Welschbillig in der Eifel. Aufgenommen aus 100 Meter Höhe um 20.36 Uhr. Die Schattenzeichen durch die tief stehende Sonne sind deutlich erkennbar. Rechts im Bild erkennt man Rissbildungen in den Muschelkalkplatten des Untergrunds<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Boden- und Bewuchsmerkmale können an der Oberfläche bemerkt und mit Luftbildern sichtbar gemacht werden<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Fotodrachen in der Luft über der Kapelle Seffern/Eifel<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Hügelgräber bei leichtem Neuschnee nahe bei Lambertsberg in der Eifel. Zufallsentdeckung bei der Suche nach Grundmauern der verfallenen Burg Friedland<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Keltische Hügelgräber von 700 bis 300 vor Christus bei Grüfflingen/Ostbelgien. Profilstege teilen die Grabung in vier Quadranten<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Als Kameralifter eignet sich ein leichter, stabil fliegender und belastbarer Flügelkastendrachen für ein bis zwei Kameras, die am unteren Spannkreuz im Inneren der Zelle befestigt werden<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/08.jpg" alt="" /><br />
<strong>Kite-Cross-Fitting-Aufhängung</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/09.jpg" alt="" /><br />
<strong>Erdarbeiten auf der Deich-Großbaustelle Düsseldorf Kaiserswerth aus 50  Meter Höhe. Kontrasterhöhung und Farbintensivierung am PC durch Autokorrektur. Das Ergebnis ist ein Foto, das an abstrakte Malerei erinnert</strong></p>
</div>
<p>Die Archäologie gehört, wie auch die Astronomie, zu den populären Wissenschaften. Zu dieser wissenschaftlichen Disziplin lassen sich wertvolle neue Erkenntnisse beitragen, indem man bekannte archäologische Objekte im Erdboden durch Luftbilder sichtbar macht. Die Hinterlassenschaften, insbesondere die Bauwerke unserer Vorfahren bis hin zur Steinzeit, liegen vielfach noch als Fundamentreste oder verfüllte Gruben unter der Erdoberfläche und sind aus unserer Sicht nicht zu erkennen. Von ihrer Existenz zeugen meist nur oberflächlich liegende Ziegelreste und Keramikscherben. Sie können geringe Höhenunterschiede im Bodenniveau aufweisen und das Pflanzen­wachstum fördernd oder hemmend beeinflussen. Dies wird bei sehr flach einfallendem Sonnenlicht durch Schatten- und Aufhellungslinien sichtbar. Es können auch auffällige Bewuchs- oder Boden­verfärbungen auftreten, wie zum Beispiel eine Getreidevergilbung über den unter­irdischen Grundmauern einer Römischen Villa durch anhaltende Trockenheit, wobei die Zusammenhänge aber erst aus der Vogelperspektive erkennbar sind.</p>
<p><strong>Dokumentation</strong><br />
Unterirdische Bodendenkmäler werden erst durch ihren Einfluss auf die Boden­oberfläche und den Bewuchs erkennbar. Man bezeichnet dies als Boden- und Bewuchsmerkmale. Die Grundrisse von Gebäuden und ihre geometrische Anordnung werden erst sichtbar, wenn man in die Luft geht. Als Beförderungs­mittel hierfür dient ein Einleiner, der eine Kamera trägt. Hierbei ist es unerheblich, wie die Kamera befestigt wird, ob man ein Rigg mit Picavet-Technik in die Leine hängt oder eine Kreuzmontierung (KCF=Kite-Cross-Fitting) wählt. Damit ist die Anbringung der Kamera innerhalb eines Zellendrachens gemeint, der durch seine Konstruktion sehr flugstabil ist und daher einen hohen Kameraschutz gewährleistet. Außerdem ist eine sichere, einfache Befestigung schon am Boden möglich, und das vor dem Start und von nur einer Person. Wenn das untere Spann­kreuz eines Flügelkastendrachens zur Befestigung dient, wird zudem der Schwerpunkt nach unten verlegt. Das Prinzip ist recht einfach: Zwischen den sich kreuzenden Spannstäben wird eine Schaumstoff­scheibe gelegt. Dicke zirka 2,5 Zentimeter, mit flacher Nut im Verlauf der Stäbe. Von oben und unten ist eine Abdeckung durch je eine gleich große Sperrholzplatte mit zwei Bohrlöchern für eine Verschraubung einzufügen. Darauf oder darunter wird ein Aluprofilstück, dass 2 bis 3 Zentimeter über die Sperr­holzplatte ragt mit zwei Schrauben und Muttern fixiert. Am gequetschten Ende des Profils  kann man dann die Alu­profilarme, die die Kamera tragen, im gewünschten Winkel anschrauben.</p>
<p>Fotografieren kann man überall dort, wo man den Drachen steigen lassen kann und darf. Das kann auch durchaus unter schwierigen Umständen stattfinden, der Drachen muss dabei nur gut beherrschbar, gewartet und sehr flugstabil sein.</p>
<p>Beim Fotografieren mit dem Drachen für die Archäologie sind zwei Anwendungs­be­reiche zu unterscheiden. Einerseits Auf­nahmen von bereits bekannten Fundstellen in der eigenen Region und der Versuch, sie durch Luftbilder zu unterschiedlicher Jahres- und Tageszeit zu dokumentieren. Und Andererseits die Dokumentation einer archäologischen Grabung in Zu­­sam­menarbeit mit den Archäologen durch Übersichts- und Detailaufnahmen vor und während der Grabung mit dem Drachen und dem Teleskopstab.</p>
<p><strong>Hobbyforscher</strong><br />
Den ersteren Fall erledigt man entweder auf eigene Faust oder auf Nachfrage. Das Zweite, die Grabungsbegleitung, zumeist auf Anforderung. Gefragt sind überwiegend Senkrechtaufnahmen aus geringer Höhe, aber auch Schräg- und Höhen­aufnahmen, um einen Gesamt­eindruck und Überblick von der Grabungsstelle zu erhalten. Sehr oft wird vergessen, dass es sinnvoll ist, schon vor Grabungs­beginn Übersichts­aufnahmen zu erstellen. Zur Fundstellen­doku­men­tation muss man, wenn Schattenmerkmale (ein Nebeneinander von Aufhellungs- und Schattenlinien) erwartet werden, früh aufstehen, um bereits bei Sonnenaufgang den Foto­drachen startklar zu machen. Ebenso muss man oft abends vor Sonnenunter­gang das Fliegen fortsetzen.</p>
<p>Die Anzahl der geeigneten Objekte ist hierbei gewaltig, denn nur in den wenigsten Fällen liegen von mehreren Tausend bekannten Fundorten aussagekräftige Luftbilder vor. Wo diese meist unterirdischen Bodendenkmäler schlummern, lässt sich in den Fundstellenkatalogen der Museen oder Bodendenkmalpflege nachlesen. Wichtig ist dann der Kontakt zzu Mitgliedern der örtlichen Heimat­vereine.</p>
<p><strong>Moderne Kunst</strong><br />
Auf mehreren Grabungen hat der Autor bisher im Jahr 2009 Archäologen begleitet. Hoch interessant war die Bergung eines hölzernen 18 Meter langen Flachbodenboots in Düsseldorf-Kaisers­werth. Es wurde im Jahr 1702 bei der Sprengung der Festung verschüttet. Bei den Arbeiten zur Deicherhöhung hat man es wieder entdeckt und vollständig ausgegraben. Nach einer acht Jahre dauernden Konservierung soll es in Düsseldorf ausgestellt werden.</p>
<p>Die Bilder haben aus Vogelperspektive oft einen eigenwilligen Reiz und alltägliche Dinge zeigen aus dieser Sicht eine überraschend abstrakte Darstellung. Wobei mit geringfügiger Bearbeitung, wie Kontrast­schärfung und Farbintensivierung, dieser Effekt noch verstärkt werden kann, was den Aufnahmen den Cha­rakter moderner Malerei gibt.</p>
<div id="bild" style="width:270px">
<img src="wp-content/files/wissen_0310/10.jpg" style="width:270px" alt="" /><br />
<strong>Vollständig freigelegtes, hölzernes Flachbodenboot in Düsseldorf-Kaiserswerth<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/11.jpg" style="width:270px" alt="" /><br />
<strong>Das Boot von Kaiserswerth auf der Deichbaustelle aus aus zirka 25 Meter Höhe. Die Bootsspitze ist noch verborgen<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wissen_0310/12.jpg" alt="" style="width:270px" /><br />
<strong>Beobachter am Boden sehen nur dunkelgrüne Flecken auf der Wiese. Erst aus geringer Höhe sind unterschiedlich große Kreise zu entdecken. Dies sind keine archäologischen Befunde, sondern natürliche Vorgänge, die durch ringförmig nach außen wachsende Pilze entstehen, die Hexenringe genannt werden<br />
</strong>
</div>
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		<title>Luxusartikel &#8211; Bau eines KAP-Riggs in der Deluxe-Variante</title>
		<link>http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/luxusartikel-bau-eines-kap-riggs-in-der-deluxe-variante/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:04:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der spannendsten Bereiche des Drachenhobbys ist die Luftbildfotografie. Grund genug für Sport &#38; Design Drachen, dieses Thema regelmäßig im Heft aufzugreifen. So entführt uns beispielsweise Wolfgang Bieck Ausgabe für Ausgabe auf fremde Kontinente, stellt Fotokünstler vor und veröffentlicht&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/luxusartikel-bau-eines-kap-riggs-in-der-deluxe-variante/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><br />
Eine der spannendsten Bereiche des Drachenhobbys ist die Luftbildfotografie. Grund genug für Sport &amp; Design Drachen, dieses Thema regelmäßig im Heft aufzugreifen. So entführt uns beispielsweise Wolfgang Bieck Ausgabe für Ausgabe auf fremde Kontinente, stellt Fotokünstler vor und veröffentlicht atemberaubende Aufnahmen. Aber auch die Technik kommt nicht zu kurz. So hat Sport &amp; Design Drachen in einem ausführlichen Artikel in Ausgabe 3/2009 die ersten Schritte in die faszinierende Welt der<br />
Luftbildfotografie mittels Auto-KAP beschrieben. Jetzt geht es mit einem funkferngesteuerten Rigg einen Schritt weiter.<br />
</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/Aufmacher.jpg" alt="" width="600" /></p>
<div id="bild">
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/02.jpg" alt="" /><br />
<strong> Picavet-Aufhängung</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Bausatz des Brooxes Deluxe-Kits</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Sender mit Video-Downlink-Empfangseinheit</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Sender, der im 40-Megahertz-Band arbeitet</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Das Videosignal wird auf einem Gameboy ausgegeben</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Empfangseinheit des Videosignals</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/08.jpg" alt="" /><br />
<strong>Das Sport &amp; Design Drachen-Deluxe Rigg</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/09.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Zoom-Funktion funktioniert via Servo</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/10.jpg" alt="" /><br />
<strong>Hoover-Funktion für das Querformat</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/11.jpg" alt="" /><br />
<strong>Hoover-Funktion für das Hochformat</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/12.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ausgelöst wird die Kamera über das Servo</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/13.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der 40-Megahertz-Empfänger</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/14.jpg" alt="" /><br />
<strong>Getriebeuntersetzung für die Drehfunktion</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/15.jpg" alt="" /><br />
<strong> Getriebe der Hoover-Funktion</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/16.jpg" alt="" /><br />
<strong>Gyro-Servo auf der Neige-Funktion</strong></p>
</div>
<p>Fachmännische Unterstützung kommt vom KAP-Experten Peter Bults, Inhaber und Betreiber des Online-KAP-Shops <a href="http://www.kapshop.com" target="_blank">www.kapshop.com</a> sowie fotografisches Urgestein und Kenner der KAP-Szene. <strong>Sport &amp; Design Drachen</strong> bat Bults, ein Rigg zu bauen, die zum einen auf der Höhe der Zeit ist und alle technischen Raffinessen bietet. Die zum anderen aber konsequent mit handelsüblichen Teilen hergestellt wird, sodass ein Nachbau ohne Weiteres vonstatten gehen kann. Das Resultat dieser Zusammenarbeit ist das <strong>Sport &amp; Design Drachen</strong>-KAP-Rigg deluxe. Dieses vereint dabei ganz bewusst technologische Highend-Pro­dukt­e, um zu zeigen, was heute im Bereich der Luftbildfotografie überhaupt machbar ist. Inwieweit und in welchem Um­­fang die Leser besagte Lösungen auf ihr Rigg übertragen möchten, bleibt ihnen überlassen. Es ist als Baukastensystem angelegt, sodass Komponenten weggelassen beziehungsweise später hinzugefügt werden können.</p>
<p><strong>Aufhängung</strong><br />
Um das Rigg in der Drachenleine zu befes­tigen, gibt es verschiedene Lösungen. Die einfachste Möglichkeit ist, einen Stab zu nehmen, der die Verbindung zwischen Rigg und Leine herstellt. Die so genannte Pendelaufhängung ist recht einfach zu bewerkstelligen, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Sie pendelt und die Kamera hängt somit nicht ruhig in der Luft. Ein wenig aufwändiger, aber wesentlich besser ist die Picavet-Aufhängung. Hierzu wird das System mittig an einem Kreuz befestigt. An den Eckpunkten des Kreuzes befinden sich Rollenblöcke und an den beiden Aufhängepunkten an der Leine sind doppelte Rollenblöcke angebracht. Eine Schnur wird in einer bestimmten Reihenfolge durch die Rollen­blöcke gefädelt. Durch diese Aufhängung kann sich die Kamera immer waagerecht ausrichten und das bei der Bewegung<br />
um die senkrechte Achse auftretende Gegendrehmoment wird aufgefangen. Dieses System ist bereits seit ungefähr Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt.</p>
<p>Neues über die Picavet-Aufhängung haben aktuelle Untersuchungen zum Picavet-Kreuz ergeben. Als solches wird das Kreuz bezeichnet, an dem das Rigg hängt. Über die Jahre wurden beide Arme des Kreuzes gleichlang gestaltet. Nun aber wurden Untersuchungen angestellt, wie die Form des Kreuzes so geändert werden kann, dass das System noch stabiler in der Luft steht. An zwei Hauptfaktoren hat man hier gearbeitet: Zum einen ist die Größe des Kreuzes von Interesse. Zum anderen wird untersucht, was passiert, wenn man die beiden Arme des Kreuzes nicht wie gewohnt gleich lang ausführt, sondern X- und Y-Achse unterschiedlich lang baut. Am Ende einer Reihe von Tests stand ein verblüffendes Ergebnis. Die Größe des Kreuzes war kein entscheidender Faktor, sowohl kleine als auch große Kreuze hatten in etwa die gleiche Performance.</p>
<p>Bei der Länge der X- und Y-Achse gab es dagegen große Unterschiede. Nimmt man die gleich großen Schenkel eines Standard-Picavet-Kreuzes als Referenz und verlängert den Schenkel, der in einem 90-Grad-Winkel zur Flugleine steht, während der Schenkel, der direkt unter der Flugleine hängt, verkürzt wird, hängt das System weniger stabil in der Luft als eines mit gleich langen Schenkeln. Das umgekehrte Verhalten ist bei einer anderen Anordnung der Fall: Wird der Schenkel, der in Richtung der Leine hängt, verlängert, während der in 90 Grad zur Leine stehende Schenkel verkürzt wird, steht das System ruhiger in der Luft als ein System mit gleich langen Schenkeln. Für Peter Bults war dies Grund genug, beide Typen der Picavet-Aufhängungen in sein Sortiment aufzunehmen: Im Kap-Shop finden sich somit sowohl Picavet-Kreuze mit gleich langen als auch welche mit unterschiedlichen Schenkeln. Bei dem <strong>Sport &amp; Design Drachen</strong>-Rigg wurde ein Picavet-Kreuz mit unterschiedlichen Schenkellängen verbaut.</p>
<p>Noch einen weiteren Punkt hat die zuvor genannte Untersuchung aufgezeigt. Eine größere Distanz zwischen den beiden Aufhängepunkten an der Drachenleine ist für die Stabilität des Systems förderlicher als ein zu kurzer Abstand.</p>
<p><strong>Rigg</strong><br />
Es gibt verschiedene Wege, die Kamera zu fixieren, aber gleichzeitig noch beweglich genug zu halten, damit sie geschwenkt werden kann. Die einfachste Lösung sind Aluminiumprofile aus dem Baumarkt. Diese werden für den eigenen Bedarf zurechtgeschnitten beziehungsweise ge­­bogen. Etwas sauberer geht es mit der Methode nach Peter Bults. Er bietet bereits fertig gebogene Teile in seinem Shop an, die nach eigenem Bedarf angepasst und bestellt werden können. Wer keine Lust hat, sich durch das Shopsystem zu wühlen und das eigene Rigg zusammenzustellen, dem wird in Form von fertigen Bastelsets geholfen. Für das vorliegende Rigg kam die Ausführung BDKK zum Einsatz, wobei BDKK für „Brooxes Deluxe KAP Kit“ steht. Hinter der Bezeichnung „Brooxes“ versteckt sich der Amerikaner Brooks Leffler, der unter anderem den KAP-Lifterdrachen Fled entwickelt hat (Bauplan in Sport &amp; Design Drachen 04/2009). Brooks stellt die Kits her, die Peter Bults dann in Europa vertreibt.</p>
<p>Der gewählte Bausatz enthält eine imposante Tüte mit 70 Einzelteilen und einer 20-seitigen Gebrauchsanleitung. Das Kit kann entweder mit Dezimal- oder Imperialmaßen bestellt werden. Im Set sind alle Alu-Rahmenteile, das Brooks Compact Picavet Cross mit Seilaufhän­gung, zwei KAP-Klipse, alle Schrauben, Muttern und das nötige Zubehör enthalten. Zudem liegen vier Picavet-Blöcke für die Seilaufhängung, zwei Brooxes Bolt-On Leg Brackets mit Carbon-Beinen, ein Brooxes Better Gear Guide mit 1:5-, 2:3- oder 2:5-Übertragung sowie ein Satz Brooxes Hangups bei.</p>
<p><strong>KAP-Fachchinesisch</strong><br />
Das Compact Cross mit Seilaufhängung ist das eingangs erwähnte Picavet-Kreuz in Standardmaßen, das heißt mit gleich langen Schenkeln. Wer etwas mehr Stabilität wünscht, dem sei das Brooxes Gent-X Picavet-Set empfohlen, dessen Picavet-Kreuz über unterschiedlich lange Schenkel verfügt. Die Picavet-Blöcke sind kleine Rollenblöcke, mit deren Hilfe die Leine der Aufhängung leichter rutschen kann. Das System richtet sich somit schneller und sauberer auf unterschiedliche Bedingungen ein. Die Bolt-On Leg Brackets werden seitlich an den Rahmen angeschraubt und nehmen die Stand­beine aus Kohlefaser auf. Hiermit kann man das Rigg auf dem Bodem absetzen, ohne dass die Gefahr des Umkippens besteht. Leichte, kompakte Riggs, wie beispielsweise die AuRiCo, die in Ausgabe 3/2009 von <strong>Sport &amp; Design Drachen</strong> vorgestellt wurde, kann man über ein einfaches Servo drehen. Wird die Kamera, respektive das System, schwerer, würde das Getriebe des Drehservos das zusätzliche Gewicht nicht mehr aushalten. Aus diesem Grund schaltet man ein Getriebe mit einer gewissen Untersetzung dazwischen, das Better Gear Guide, wobei die Untersetzung die Drehgeschwindigkeit beeinflusst.</p>
<p>Für den Bau des Riggs braucht man einfache Werkzeuge, die sich in jedem Haushalt finden lassen. Eine Werkzeugliste liegt dem Set bei. Alles in allem sollten Drachenfreunde ungefähr mit einem Wochenende Bauzeit rechnen. Wem dies zu lange dauert, der kann sich das Set auch schon fertig gebaut bei Bults bestellen.</p>
<p><strong>Fernsteuerung</strong><br />
Um das Rigg in Bewegung setzen zu können, muss diese angesteuert werden. Hierfür eignen sich Funkfernsteuerungen, die im Modellbau zum Einsatz kommen. Doch welche Anlage sollte man sich aus dem reichhaltigen Sortiment zulegen? Angeboten werden Anlagen im 27-, 35- und 40-Megahertz-Band sowie in 2,4-Gigahertz. Das 27-Megahertz-Band ist für jedermann zugelassen, sodass es hier keine Einschränkungen gibt. Dank funkferngesteuerter Autos und CB-Funk sind allerdings Störungen vorprogrammiert. Das 35-Megahertz-Band wiederum ist ausschließlich für Flugmodelle reserviert. Bleibt für die Zwecke der Luftbildfoto­grafie also das 40-Megahertz-Band. Neu im Programm sind Anlagen mit 2,4 Gigahertz. Diese haben den großen Vorteil, dass sie sich selbst einen freien Kanal suchen und dann darauf senden. Um Störungen zu vermeiden, suchen sich diese Anlagen sogar mehrere freie Kanäle und wechseln dann in einem Bruchteil einer Sekunde mehrmals automatisch zwischen den Frequenzen. Der große Vorteil: Man muss sich keine Gedanken mehr über einen freien Kanal machen, Doppelbelegungen entfallen. Zudem fallen sowohl Sender- als auch Empfän­gerantennen sehr kurz aus. Der Nachteil: Der Video-Downlink sendet ebenfalls im 2,4-Gigahertz-Band und dies auch noch recht breitflächig. Störungen im Downlink und/oder mit der Fernsteue­rung sind so vorprogrammiert. Um die Problematik zu umgehen, wird zurzeit mit 5,8 Gigahertz experimentiert. Für KAPer bleibt die Qual der Wahl: Rigg mit Video-Downlink und eine 40-Megahertz-Anlage. Ohne Downlink ist 2,4 Gigahertz „state of the art“.</p>
<p><strong>Bewegung</strong><br />
Um die Signale des Empfängers in Bewegung umzusetzen, werden so genannte Servos benötigt. Diese sind Standardware im Modellbau, für den KAP-Einsatz werden jedoch spezielle benötigt. Da ist zum einen das Servo, das das Rigg zum Drehen bewegt. Gewöhn­liche Servos haben eine Sperre am Poten­ziometer, sodass es nur einen begrenzten Weg nach rechts und links fährt. Wer nicht unbedingt das kleine Servo aufschrauben und die Begrenzung entfernen möchte, dem wird ebenfalls im KAP-Shop weitergeholfen. Hier gibt es Servos zu bestellen, die für diesen Einsatz vorgesehen sind und entsprechend modifiziert wurden. Zum Neigen der Kamera eignet sich ein Standardservo. Es sollte jedoch kräftig genug ausgelegt sein, um die Konstruktion zu bewegen. Metallritzel sind hier in der Regel besser als solche aus Plastik.</p>
<p>Die Auslösung der Kamera und die Zoomfunktion hängen von der verwen­deten Kamera ab. Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, wie Letztere angesteuert werden kann. Einige Kameras verfügen über die Möglichkeit der Fernsteuerung mittels Infrarot, andere werden über den USB-Port bedient. Ein Blick in die Anleitung hilft hier weiter. Wird die Kamera über Infrarot ange­steuert, findet sich im KAP-Shop ein kleiner Helfer namens Gentle-LED. Diese Schaltung wird direkt in den Empfänger eingesteckt und übernimmt so die Aus­lösung sowie bei manchen Modellen auch die Zoomfunktion. Bei USB-gesteuerten Kameras befinden sich entsprechende Lösungen in der Entwicklung und sind noch nicht erhältlich. Es geht aber auch mit einer analogen Lösung, wie das <strong>Sport &amp; Design Drachen</strong>-Rigg zeigt. Auf den Blitzschuh wird eine Schiene auf­geschraubt, die ein Miniaturservo beherbergt, das für die Auslösung der Kamera verantwortlich zeichnet. Ein weiteres Miniaturservo greift direkt auf die Zoom­wippe und steuert so den Brenn­weitenbereich der Kamera. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass auf Infrarot- und USB-Elektronik verzichtet werden kann. Der Nachteil liegt in dem höheren Justierungsaufwand der Mecha­nik begründet.</p>
<p><strong>Hoover-Funktion</strong><br />
Eine Funktion, die zwar nicht unbedingt notwendig ist, in der Deluxe-Ausführung des Riggs aber dennoch nicht fehlen sollte, ist die Hoover-Funktion. Diese ermöglicht es, die Kamera im Flug um 90 Grad zu drehen. Bilder, wahlweise im Hoch- oder Querformat, werden so zu einem Kinderspiel. Hierzu ist auf der Rückseite des Kameraträgers ein zusätzlicher Träger mit Getriebe und einem Servo zu montieren. Diese Anordnung macht es schließlich möglich, die Kamera um 90 Grad zu drehen. Der Nachteil ist das höhere Gewicht des Riggs.</p>
<p><strong>Hightech-Servos</strong><br />
Der in den USA ansässigen Firma Dunehaven Systems ist es gelungen, ein Servo zu entwickeln, das einen kleinen Gyro-Kreisel eingebaut hat. Wird das Servo geneigt, merkt dies der Kreisel, gibt entsprechende Informationen weiter zur Steuerung und das Servo korrigiert die Abweichung automatisch. Zwei dieser Neuentdeckung sind in dem <strong>Sport &amp; Design Drachen</strong>-Rigg verbaut. Eines auf der 90-Grad-Neigefunktion und ein Weiteres auf der Hoover-Funktion. Neigt sich nun das Rigg und damit auch die Kamera ungewollt in eine Richtung, steuern die Gyro-Servos nach und die Kamera wird automatisch in der Hori­zontalen gehalten. Dies bedeutet, dass Drachen, Picavet und Rigg durchaus ihren Tanz in der Luft aufführen können, die Kamera aber bis zu einem gewissen Grad ruhig in der Luft gehalten wird. Verwacklungsfreie Bilder sind so (fast) garantiert. Der Nachteil: Der Bedarf an solchen Servos ist begrenzt. Dunehaven Systems stellt die Servos, die ebenfalls über Peter Bults in Europa vertrieben werden, nur in Kleinserie her, was zu langen Lieferzeiten führen kann.</p>
<p><strong>Video-Downlink</strong><br />
In der Luftbildfotografie ist es wünschenswert, das zu sehen, was die Kamera gerade oben in der Luft aufnimmt. Ansonsten wäre man bei der Auswahl des passenden Motivs auf den Zufall angewiesen. Moderne Digitalkameras helfen hier auf einfacher Art und Weise weiter, bieten sie doch ein Videosignal auf ihrer Ausgaben­seite an. Dieses Signal wird abgefangen und auf einen Videosender geleitet. In diesem Fall handelt es sich um einen Miniaturtransmitter im 2,4-Gigahertz-Band und mit einer Sendeleistung von 10 Milliwatt. Am Boden wird das Signal von einem entsprechenden Empfänger aufgenommen und auf einen Monitor ausgegeben. Welchen Monitor man hierfür verwendet, bleibt jedem überlassen.</p>
<p>In der Entwicklung befindet sich übrigens ein Adapter, mit dessen Hilfe das Signal auf einem iPhone ausgegeben werden kann. In der vorgestellten Lösung kam ein einfacher Gameboy zum Einsatz, in den ein Videomodul eingeführt wurde, das allerdings heute nicht mehr im Handel erhältlich ist.</p>
<div style="width: 100%;clear: both">
<img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/Filmstreifen_1.jpg" width="100%" alt="" /></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/Filmstreifen_2.jpg" width="100%" alt="" /></p>
<p><img src="wp-content/files/0210_Luxusartikel/Filmstreifen_3.jpg" width="100%" alt="" />
</div>
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		<item>
		<title>„Der Himmel  ist mein  Freiluftatelier“ &#8211; Holger Lendla im Interview</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 10:58:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Er beklebt auch mal einen Drachen mit 1.000 Swarovski-Steinen, baut einen aus Seide oder verziert ihn wie eine Louis-Vuitton-Tasche. Die Rede ist von Holger Lendla. Alles an seinen Drachen ist außergewöhnlich: Die Namen wie „BIP – Birds in Paradise“ oder&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/%e2%80%9eder-himmel-ist-mein-freiluftatelier%e2%80%9c-holger-lendla-im-interview/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er beklebt auch mal einen Drachen mit 1.000 Swarovski-Steinen, baut einen aus Seide oder verziert ihn wie eine Louis-Vuitton-Tasche. Die Rede ist von Holger Lendla. Alles an seinen Drachen ist außergewöhnlich: Die Namen wie „BIP – Birds in Paradise“ oder „Pierrot Le Poisson“ ebenso wie seine Segeldesigns. Sport &amp; Design Drachen hat sich mit ihm über seine Leidenschaft für Patchwork-Drachen und die Möglichkeit, Spinnaker zu bedrucken, unterhalten.</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0110_Der_Himmel/aufmacher.jpg" alt="" width="600" /></p>
<div id="bild">
<img src="wp-content/files/0110_Der_Himmel/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ein Sode Dako nach dem Punktdesign der berühmten japanischen Pop-Art Künstlerin Yayoi Kusama. Sämtliche Segmente wurden mit Siebdruck gefärbt</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0110_Der_Himmel/03.jpg" alt="" /><br />
<strong></strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0110_Der_Himmel/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Holger Lendla hat eigene Techniken ­entwickelt, Spinnaker zu bedrucken</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/0110_Der_Himmel/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die chinesische Palastlaterne nach einer Idee von Willi Koch mit zwölf Masken der Peking Oper</strong></p>
</div>
<p><strong>SDD: </strong>Herr Lendla, dank ihrer aufwändigen Konstruktionen könnte man Sie schon als Drachendesigner bezeichnen. Woher kommen die Ideen für Ihre Entwürfe?<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> Vorab möchte ich sagen, dass ich mich nicht als Drachendesigner bezeichne. Ich sehe mich mehr als Textildesigner oder, wenn man es englisch ausdrücken möchte, als Surface Designer. Dass der kreative Prozess mit Drachen stattfindet ist eher zufällig. Für mich sind Drachen eine Kunstform, der Himmel ist dabei das Freiluftatelier. Es ist ein Zusammenspiel von Licht, Wolken und Schatten bei unterschiedlichen Tageszeiten. Mein Tipp für alle, die ihre Drachen fotografieren wollen: Die besten Fotografien entstehen nach 16 Uhr.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Es klingt fast so, als wäre der Drachentyp für Ihre Designs zweitrangig.<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> Im Prinzip ja, ich bevorzuge jedoch Edos und Sode Dakos. Dabei war von Anfang an klar, dass jeder Drachen in Patchwork-Technik hergestellt wird. Man kann fast sagen, dass ich einem „Patchworkvirus“ verfallen bin. Ich spiele seit über 30 Jahren Gitarre und möchte es so beschreiben: Patchwork hat in mir eine Seite zum Schwingen gebracht.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Patchwork ist sehr zeitaufwändig und setzt präzises Arbeiten voraus. Haben Sie spezielle Techniken entwickelt?<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> Jeder Drachenbauer entwickelt mit der Zeit seine eigenen Techniken, eine kleine möchte ich hier erwähnen: Statt mit doppelseitigem Klebeband zu arbeiten, nutze ich für die Segel „Uhu Alleskleber Extra Kraft“. Das funktioniert besonders gut bei Rundungen. Dazu ist das Kleben über die gesamte Nahtlänge wichtig, denn Drachenstoff lebt und nur so erreiche ich genaues Arbeiten. Ebenso wichtig bei der Patchwork-Segelherstellung ist sauberes, gerades und knappkantiges Nähen, also mit ganz geringem Saum. Ich arbeite mit der Pfaff 1527 und speziellen Saumfüßen. Man muss sich einfach die Zeit nehmen, die ein Drachen verdient. Dazu zählt für mich der Unikatgedanke. Ich möchte den Drachen auch nach langer Zeit noch gerne hervorholen und fliegen.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Warum finden Sie gerade Quilt-Entwürfe so spannend?<br />
<strong>Holger Lendla: </strong>Sie sind einfach eine unerschöpfliche Quelle für Drachenbauer. Man kann seine Ideen gar nicht alle umsetzen; sie reichen, um ein ganzes Leben davon zu zehren. 2006 war ich zu Besuch auf einer Quilt-Meisterschaft und lernte die studierte Textildesignerin Claudia Pfeil kennen. Mit ihrer Erlaubnis habe ich eines ihrer Motive auf meinem neuesten Edo umgesetzt.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Sie haben dabei das Segel bemalt und bedruckt. Verraten Sie uns, wie Sie auf das Geheimnis, Spinnaker dauerhaft einzufärben, gekommen sind?<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> Ich habe an einem Textildruckseminar von Johannes Tophoven teilgenommen, in dem Seide bedruckt wurde. Da hat es sozusagen „Klick“ gemacht. Mir stellte sich die Frage, ob es auch auf Spinnaker funktionieren würde. Das Wichtigste dabei ist natürlich die richtige Farbe, mit ihr steht und fällt alles. Dank des Seminars bin ich auf die spezielle Farbe „Trapsuutjies“ aufmerksam geworden. Da es diese auch transparent gibt, ist sie optimal geeignet. Wer beim Bedrucken kreativ sein möchte, fertigt seine eigenen Stempel aus Moosgummi an. Eine andere Möglichkeit sind alte Druckstöcke oder Henna-Stempel, mit etwas Glück findet man sie bei Online-Versandhäusern.</p>
<p><strong>SDD: </strong>Kann man auch Alltagsgegenstände benutzen?<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> Auch das geht. Es gibt unendliche Varianten. Man kann auch Bordüren-Schablonen aus dem Baumarkt nehmen. Ich habe zum Beispiel einmal Tesastreifen mit gleichen Abständen auf das Spinnaker geklebt, das Segel gestempelt und nach dem Trocknen der Farbe das Klebeband wieder abgezogen. So entsteht ein toller Effekt.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Die Möglichkeiten scheinen wirklich grenzenlos zu sein.<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> Das Ganze wird dann nur noch vom Siebdruck getoppt. Die Motive kann man dabei selbst anfertigen oder man benutzt fertige Siebdruckrahmen mit unterschiedlichen Motiven.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Sie machen oft durch Extravaganz auf sich aufmerksam, wie zum Beispiel einen Drachen mit Svarowski-Steinen zu verzieren. Wie kommt das in der bodenständigen Drachengemeinde an?<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> (lacht) Das Ganze war ein Gag. Ich habe einen Sode Dako mit 1.000 Svarowski-Kristallen verziert. Ebenso habe ich einen Sode mit dem Handtaschen­design von Louis Vuitton versehen und einen aus Seide gefertigt und mit einem PC-Drucker bedruckt.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Was können wir in Zukunft noch von Ihnen erwarten?<br />
<strong>Holger Lendla:</strong> Ein weiteres Projekt, das ich gerne realisieren möchte sind die fünf modernen Kirchenfenster in Ribe. Zu meinem 50. Geburtstag habe ich mir außerdem eine neue Idee geschenkt, eine in meinen Augen ganz gravierende aerodynamische Veränderung. Nur ein Stichwort will ich hier verraten, es geht in Richtung des Designers Luigi Colani, alles wird runder. (Mehr zu diesem Thema in einer der nächsten Ausgaben). Beim Sode Dako wird es hundertprozentig funktionieren. Alle anderen Modelle werden im Winter gebaut und im Frühjahr Probe geflogen. Beim Edo und Genki werden die Veränderungen allerdings krasser ausfallen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&quot;Große Drachen bedeuten Nervenkitzel&quot; &#8211; Sport &amp; Design Drachen-Gespräch mit Cliff Quinn</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 08:46:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Stern hat einen stolzen Durchmesser von 5 Meter, der Kondor weist die immense Spannweite von 8 Meter auf und der Bow-Kite ist satte 4,5 Meter hoch. Mit seinen Drachen im XXL-Format war Cliff Quinn aus Coopersburg, Pennsylvania in den&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/grose-drachen-bedeuten-nervenkitzel-sport-design-drachen-gesprach-mit-cliff-quinn/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Stern hat einen stolzen Durchmesser von 5 Meter, der Kondor weist die immense Spannweite von 8 Meter auf und der Bow-Kite ist satte 4,5 Meter hoch. Mit seinen Drachen im XXL-Format war Cliff Quinn aus Coopersburg, Pennsylvania in den USA nicht nur des Öfteren erfolgreicher Teilnehmer bei Wettbewerben der American Kitefliers Association, inzwischen ist er dort langjähriges Jurymitglied. Mit Sport &amp; Design Drachen unterhielt er sich über seine Kite-Leidenschaft.</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wp_0609/Aufmacher_01.jpg" alt="" width="600" /></p>
<div id="bild">
<p><img src="wp-content/files/wp_0609/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der Double Star mit 5 Meter Durchmesser</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wp_0609/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Gigantisch: 8 Meter Spannweite hat der Kondor</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wp_0609/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der Rainbow Wonder sorgt auf jedem Drachenfest für Farbeffekte</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wp_0609/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Stars-and-Stripes-Style: Der Crossdeck in den Farben der amerikanischen Nationalfahne</strong></p>
</div>
<p><strong>SDD:</strong> Cliff, bitte erzählen Sie uns von Ihrer ersten Begegnung mit Drachen.<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Meine Frau und ich kamen, wie so viele, durch Zufall zum Drachen­fliegen. Wir haben 1992 ein Drachenfest besucht. Sofort danach ging es in den Laden „Kite Loft“, in dem wir über eine Stunde zugebracht haben. Wir kauften allerdings keinen einzigen Drachen, nur diverse Drachenmagazine.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Haben Sie also ohne Umwege gleich mit dem Bau angefangen?<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Ja, zuerst teilten meine Frau und ich uns die Arbeit. Joyce war die Näherin, ich zeichnete für das Design und den Stoffzuschnitt verantwortlich. Unser erstes Modell war ein Crossdeck, den wir anschließend in unserem Drachenclub zeigten. Die anderen Mitglieder rieten uns, am Smithsonian Kite FestivalinWashingtonteilzunehmen. Wow, ein Drachenwettbewerb dachten wir, hatten allerdings keine Ahnung, was und wie vor Ort zu tun ist. Dort begutachtete eine Jurorin die Nähte mit Adleraugen, befühlte sie mit ihren Fingern als läse sie Blindenschrift. Dann befeuerte sie uns mit Fragen, anschließend ging es zu den nächsten Juroren. Wir waren total überrascht, als wir den ersten Preis gewannen. Bald kamen wir zu dem Punkt, an dem Joyce sagte, ich müsse von nun an selbst nähen. Das bedeutete entweder untergehen oder mich durchzubeißen. In kürzester Zeit lernte ich das Überleben an der Nähmaschine, inzwischen genieße ich diesen Teil des Drachenbaus.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Aber sicherlich gab es doch nicht nur Erfolge in Ihrer Drachenbauer-Laufbahn?<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Ich besuche so viele Work­shops und Wettbewerbe wie möglich, um neue Techniken kennen zu lernen. Einen großen Misserfolg gab es natürlich auch. Bei dem Wettbewerb der American Kite­fliers Association in Tulsa wollte ich mit einem Zellendrachen antreten. Die Segel waren mit 270-Meter-Scotch-3M-Klebe­band zusammengeklebt und enthielten keine einzige Naht. Am Tage des Wettbe­werbs tobte der Wind. Raten Sie mal, was passiert ist? Ich hatte den Drachen gerade aufgebaut, da wurde er schon vom Wind zerfetzt. Er hat es nicht einmal bis zum Wettbewerbsfeld geschafft.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Sie kennen Wettbewerbe aus der Sicht des Teilnehmers und des Jurors. Da Sie die Schwierigkeiten als Teilnehmer kennen, gehen Sie da als Jury-Mitglied anders an die Beurteilung heran?<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, was für neue Drachen geschaffen werden und wie sich einige Teilnehmer von Jahr zu Jahr verbessern. Natürlich kenne ich die Aufregung und spreche gerade Neueinsteigern viel Lob zu und versuche, ihnen durch Gespräche die anfängliche Nervosität zu nehmen.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Workshops, in denen Drachen ge­­baut werden, gibt es viele. Ihre gehen aber noch viel weiter. Was machen Sie anders?<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Das stimmt, manchmal referiere ich über Techniken des Drachenbaus. Ein Projekt fiel dabei ganz aus der Reihe, es nannte sich „Geheimnisvoller Drachen“. Die Teilnehmer erhielten ein Foto, zu dem sich jeder Gedanken machen sollte, zum Beispiel wie das Gerüst aufgebaut ist und wo die Verstärkungen angebracht sind. Anschließend wurde darüber diskutiert. Der Kurs war sehr anstrengend und lehrreich, es war eine Herausforderung für die Teilnehmer, sich grundlegende Gedanken zur Drachenkonstruktion zu machen.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Sie sind nicht nur durch Ihre Work­­shops in den USA bekannt, sondern auch für Ihre großformatigen Drachen. Warum reizen Sie diese?<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens ist es eine Heraus­forderung, große Drachenformen zu entwickeln. Man muss sich darauf zurückbesinnen, was man zu Beginn des Drachenfliegens gelernt hat. Es ist der Reiz, die verschiedenen Dyna­miken, wie Aspect Ratio, Gewicht, Schwer- und Druckpunkt, die ja auf das Flug­ver­halten einwirken, aufeinander abzustimmen. Ein weiterer Grund für große Drachen ist der Nervenkitzel, den sie beim ersten Flug hervorrufen. Außerdem denke ich, wenn sie nicht gut genug fliegen, ist eine Fehler­be­seitigung einfacher als bei kleinen Drachen. Drittens baue und fliege ich Drachen für Zuschauer − und die lieben nun einmal große Drachen.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Sie sind auch viel auf Drachenfesten unterwegs. Was schätzen Sie an diesen Veranstaltungen?<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Ich habe keine Favoriten, genieße absolut jedes Fest, ob groß oder klein, ob nah oder fern. Etwas habe ich dabei von meinem Drachenfreund Ralf Dietrich gelernt: Genieße das Drachen­fliegen, unterhalte die Zuschauer, treffe Drachenfreunde und, am allerwichtigsten, lerne Land und Leute kennen. Wenn ich zu einem Drachenfest fahre, denke ich manchmal, ich sei im Auftrag des Magazins „National Geographic“ unterwegs. Ich spreche mit den Leuten, mache Millionen Fotos, nicht unbedingt von Drachen, aber von dem, was um mich herum geschieht.</p>
<p><strong>SDD:</strong> Sie sind bereits seit sechs Jahren in Rente. Verbringen Sie jetzt Ihre freie Zeit nur noch mit Drachenbau?<br />
<strong>Cliff Quinn:</strong> Zuerst habe ich gedacht, endlich mehr Zeit fürs Bauen. Doch weit gefehlt, ich habe weniger Zeit als vorher. Wieso? Das wüsste ich auch gerne. Ein Grund könnte die Zeit sein, die ich im amerikanischen Drachenforum www.kitebuilder.com verbringe. Ich habe dort unwahrscheinlich viele tolle Drachen­begeisterte aus aller Welt kennen gelernt. Es ist erstaunlich, wie freundlich, wie großzügig und hilfsbereit sie alle sind. Vielleicht sind diese Dinge auch der Grund, dass ich das Drachenhobby weiter verfolge, mit unerschütterlicher Begeisterung.</p>
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		<title>Vergessene Welt &#8211; Drachenbaukunst in Oaxaca, Mexiko</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 12:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Stadt Oaxaca und dessen wunderschönes Umland mit gleichem Namen, gelegen an der Südspitze Mexikos, gilt als Wiege der Kultur der Zapoteken. Mit ihrer 2.000-jährigen Geschichte zieht sie laut Reiseführer schon seit Jahrhunderten die Besucher in ihren Bann. Der grünliche&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/vergessene-welt-drachenbaukunst-in-oaxaca-mexiko/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Stadt Oaxaca und dessen wunderschönes Umland mit gleichem Namen, gelegen an der Südspitze Mexikos, gilt als Wiege der Kultur der Zapoteken. Mit ihrer 2.000-jährigen Geschichte zieht sie laut Reiseführer schon seit Jahrhunderten die Besucher in ihren Bann. Der grünliche Kalksandstein, der zum Bau von Kirchen verwendet wurde, führte zum indianischen Namen „Stadt aus Jade“. Es gibt genügend interessante geschichtliche Infos und Tipps für Sehenswürdigkeiten, aber keine Hinweise auf eine Drachenkultur. Die wurde erst durch Melissa McKelvey, eine frühere Mitarbeiterin der Drachen Foundation, aufgedeckt.</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wp_0509/aufmacher.jpg" alt="" width="600" /></p>
<div id="bild">
<img src="wp-content/files/wp_0509/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ausstellung im Centro de las Artes de San Augustín in Oaxaca</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Drachen aus Guatemala werden aufgebaut und aufgehängt</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Nancy Kiefer – bekannt für mit Gesichtern versehenen Drachen – brachte einige ihrer Kunstwerke mit ein</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Drachen von Francisco Toledo</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ein Meisterwerk von Scott Skinner<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Greg Konos Fischdrachen<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Einfach in der Form überzeugen die Drachen durch ihr Design</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/09.jpg" alt="" /><br />
<strong>Mit solchen Papierdrachen  gedenkt man in Mexiko der Toten</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/10.jpg" alt="" /><br />
<strong>Knallige Farben und auffallende Motive zeichnen die mexikanischen Drachen aus </strong></p>
</div>
<p>Vor ungefähr drei Jahren nahm die Geschichte ihren Lauf. Melissa war auf dem Rückflug von Mexiko nach Seattle, Anlass ihrer Reise war der „Día de los Muertos“, dem Tag der Toten, einem der wichtigsten Feiertage Mexikos. Ein Fest zur Erinnerung an die Da­­hingeschiedenen, das in allen Bereichen des Lebens zelebriert wird, vom Aufstel­len der Altäre, Gebete der Trauernden – und dem Fliegen von Drachen zur Erinnerung der Toten. Während ihrer Totenwache vergaß Melissa irgendwo, nicht wieder auffindbar, einen mexikanischen Drachen. Dieser, ohne aufwändige Verarbeitung, nur mit einfachem Gestänge, primitivem Segel und simpler Waage, zeichnete sich aber durch ein wundervolles Motiv aus. Handgemalt, auf sehr schwerem, handgeschöpften Papier, mit einer Oberfläche fast wie aus gewebtem Schilf. Melissa beschreibt die Farben als erdgleich, nennt sie grüne Schatten. Das Motiv: eine Fledermaus. Keineswegs eine klar gezeichnete Fledermaus, vielmehr die Andeutung einer solchen.</p>
<p><strong>Francisco Toledo</strong><br />
Auf der Suche nach dem Erbauer wandte sich Melissa an ihren Kollegen Ali Fujino. Durch ihre Beschreibung neugierig geworden, versuchte er die Quelle des Drachens und seine genaue Produktionsstätte ausfindig zu machen. Dabei stieß er auf Francisco Toledo, den berühmten mexikanischen Künstler mit zapotekischen Wurzeln, der 2005 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Von ihm und seinem Instituto de Artes Gráficas de Oaxaca (IAGO) stammte der Drachen.</p>
<p>Bereits vier Jahre nach Beginn seiner künstlerischen Ausbildung war Toledo berühmt geworden, damals gerade erst 19 Jahre alt. Er wurde in Paris schnell zum Shootingstar der Kunstszene, bald darauf in London, Amsterdam und New York. Seine Wohn- und Schaffensplätze wechselten mehrmals zwischen Südamerika, Europa und Nordamerika, bis er sich endgültig in Mexiko niederließ. Er arbeitet mit ganz unterschiedlichen künstlerischen Techniken, malt auf Leinwand und Papier, ist Lithograf und Graveur, arbeitet mit Keramik und stellt Plastiken her, entwirft sogar Motive für Drachen. Diese wiederum wecken das Interesse von Samm­­lern und Liebhabern. Von seinen Angestellten mittels Schablonen und Airbrush-Technik in Serie hergestellt, werden sie zum Verkauf angeboten. Die Papiersegel dieser Drachen stammen dabei aus seiner Papierfabrik, das benötigte Bambus fürs Gestänge aus Oaxaca. Affen, Fische, Eidechsen, Skorpione und Teufel sind typische Motive für Toledos Drachen.</p>
<p><strong>Klein angefangen</strong><br />
Zur gleichen Zeit war Christopher Ornelas, Gewinner des Drachen-Foundation-Stipendiums 2007, in Guatemala, um die Drachen der Stadt Sumpango zu dokumentieren. Sofort danach schickte Ali ihn auf Mission nach Oaxaca, damit er weiter nach Toledos Drachen recherchiere – nicht ahnend, was er mit seiner Suche in die Wege leiten würde. Bei einem Treffen mit dem Di­­rektor der IAGO erfuhr er, dass Francisco Toledo das „Artes de Gráficas“ vor fast 20 Jahren erschaffen hatte und fast zehn Jahre später in dessen Nähe eine Papierfabrik gründete. Zwei Jubiläen standen also vor der Tür. Was lag da näher, als diese mit Drachen zu feiern? Wie so oft fangen große Projekte klein an. So auch hier. Die nächsten Schritte dauerten ihre Zeit, das Projekt lief langsam an.</p>
<p>Mehr als ein Jahr lang planten Ali, Christopher und die Mitarbeiter der IAGO die Drachenausstellung, die Mittelpunkt der Veranstaltung sein sollte. Dabei sollten die Drachen aus dem nahe liegenden Guatemala einen wichtigen Part bilden, ebenso wie die lokalen Drachen, hergestellt unter Toledos Anweisung. Zusätzlich sollten zwei bereits existierende Aus­stellungen der Drachen Foundation integriert werden und ein weiteres Highlight bilden: die „Artist and the Kitemaker“ der Amerikaner Greg Kono und Nancy Kiefer sowie die „SkyArt“ mit Werken der Dra­chenkünstler Jose Sainz und Nobuhiko Yoshizumi. Eine weitere wichtige Persön­lich­keit bei diesem Projekt: Scott Skinner, Präsident der Drachen Foundation. Den aufregendsten Teil sollten dabei die Dra­chen bilden, die von mexikanischen Künstlern bemalt wurden und deren Segel wiederum aus Toledos Papierfabrik stammen.</p>
<p><strong>Grenzgänger</strong><br />
Ungefähr eine Woche vor dem „Dia de los Muertos“ trafen Scott Skinner und Greg Kono, Drachenkünstler aus Seattle, in Oaxaca ein, um die Installation der Drachen zu überwachen sowie Workshops nicht nur für IAGO-Künstler, sondern auch für Kinder zu geben. Doch überraschenderweise gab es Probleme mit dem Zoll, der Auf­bau musste auf un­bestimmte Zeit verschoben werden. Nicht nur die beiden Ausstellungen der Drachen Foun­dation hielt man an der Grenze zu­­rück, sondern auch die Drachen aus Gua­temala.</p>
<p>Zum Warten gezwungen, waren die beiden als Erstes damit beschäftigt, die mexikanischen Künstlerdrachen mit Gestänge aus japanischem Bambus auszustatten sowie anschließend flug- und ausstellungsfähig zu machen. Nachdem der  Zoll letztendlich doch ein Einsehen hatte und die Ausstellungen freigaben, kam die nächste Hürde: Hunderte Bambusstangen wurden konfisziert. Als hätte er es bereits vorab geahnt, hatte Scott eigenes Bambus nach Mexiko mitgebracht. Sah es am Anfang noch so aus, als könnten 75 Drachen damit bestückt werden, kamen schnell 100, dann 200 zusammen. „Das war fast schon Fließ­bandarbeit“, sagt Greg und lacht. Allen Hindernissen zum Trotz nahm die Ausstellung langsam Form an.</p>
<p><strong>Neue Wege gehen</strong><br />
Bevor die Segel der Drachen aus Gua­temala fachgerecht mit Schilfrohr aus der Region versehen werden konnten, war es wieder ein langer Weg. „Um eine erfolgreiche Ausstellung zu machen, muss man immer Kompromisse eingehen“, so Scott Skinner. „Manchmal sind es niedrige Decken, manchmal schlechtes Licht oder fehlende Befestigungsmöglichkeiten für die Drachen oder einfach nur sehr knapp bemessene Zeit, um eine Ausstellung zu installieren.“ Diese Probleme gab es in den Räumlichkeiten des „Centro de las Artes de San Augustín“, kurz CASA, das 1883 als Baumwollweberei erbaut wurde, nicht. Hier bildete die Ausstellungshalle einen passenden Rahmen, die Decken­höhe war ideal und das Licht sorgte sogar für dramatische Effekte.</p>
<p>Womit aber keiner von der Drachen Foundation gerechnet hatte, war das Pro­blem der Aufbewahrung und der Archi­vierung der vier gigantischen Drachen aus Guatemala, die dort nur einmalig zur Erinnerung der Toten geflogen werden, nicht aber für mehrmaligen Auf- und Ab­­bau bestimmt sind. Da die Drachen ohne Gestänge kamen, musste erst die Frage nach geeigneten Stäben geklärt werden. Scott Skinner schlug vor, das aus Mexiko stammende Schilfrohr für die Drachen, die Durchmesser von 6 und 9 Meter aufweisen, zu verwenden. „Diese leichten und zerbrechlichen Stiele können zwar nicht der wirklichen Belastung im Flug standhalten, liefern aber ein authentisches Bild und sind stabil genug, um die Drachen aufzuhängen“, so Skinners Argumentation. Nach­­dem diese Frage geklärt war, galt es das Gestänge an den Segeln zu befestigen, ohne diese dabei zu beschädigen. Wieder wurde der Vorschlag des Präsidenten der Drachen Foun­dation umgesetzt, 30 Zentimeter große durchsichtige Quadrate aus Klebefolie auf die Rückseiten geklebt. Und zwar an allen Punkten, an denen die Enden der Schilfrohre aufliegen. Durch diese Verstärkungen war ein sicherer Zusammenbau für weitere Ausstellungen gewährleistet.</p>
<p><strong>Gigantisch aufgehört</strong><br />
Workshops zu den gezeigten Drachen rundeten die Veranstaltung ab. So konnten zum Beispiel die Teilnehmer des Workshops von Masaaki Modegi ihre Drachen in Monte Albán, der früheren Hauptstadt der Zapoteken und damit einem archäologisch höchst interessanten Platz Mexikos fliegen. Ein weiterer besonderer Höhepunkt war die erstmalige Ausstrahlung des Films über die Drachen­bauer des kleinen Fischerdorfs Juchitán, ebenfalls in der Region Oaxaca gelegen, die nicht nur aus Anlass des Todestags Drachen bauen und fliegen, sondern auch welche zum Fischfang nutzen. Mit fast 200 von Künstlern entworfenen Drachen, den Feierlichkeiten des Todestags in Kombination mit den beiden Jubiläen von Francisco Toledo und den gewaltigen Drachen aus Sumpango war die bis dato größte Aus­stel­lung der Drachen Foundation ein voller Erfolg.<br />
<img src="wp-content/files/wp_0509/08.jpg" alt="" width="290" style="margin:15px 0 0 0" /><br />
<strong>Drachen von Jose Sainz<br />
</strong></p>
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		<title>Old School &#8211; Historical Kite Workshop 2009</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 11:01:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 2001 gibt es für die Freunde historischer Drachen alljährlich eine besondere Veranstaltung: den Historical Kite Workshop. Hier treffen sich Hobbyisten aus aller Welt, um den Wissensaustausch über alte Drachen und damit zusammenhängende Themen wie die meteorologische Forschung zu fördern.&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/old-school-historical-kite-workshop-2009/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit 2001 gibt es für die Freunde historischer Drachen alljährlich eine besondere Veranstaltung: den Historical Kite Workshop. Hier treffen sich Hobbyisten aus aller Welt, um den Wissensaustausch über alte Drachen und damit zusammenhängende Themen wie die meteorologische Forschung zu fördern.</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/wp_0409/aufmacher.jpg" alt="" width="600" /></p>
<div id="bild">
<img src="wp-content/files/wp_0409/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Dominique Cotards Nachbau eines Vallot-Drachens<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0409/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Vielen unbekannt war der russischer Seenotdrachen, der Ähnlichkeiten zum Gibson Girl aufweist<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0409/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der Workshopdrachen: Lecornu Multicellulaire<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0409/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Nachbau eines Patents von Jan Westerink<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0409/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Oesterle-Dreidecker fertig aufgebaut<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0409/06.jpg" alt="" /><br />
<strong> Die Organisatoren: Karsten Wolf, Wolfgang und Heike Seitz, Frank Wolf, Christel und Günther Heinze (von links nach rechts)<br />
</strong><br />
<img src="wp-content/files/wp_0409/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Jugendherberge wurde zur Nähstube<br />
</strong>
</div>
<p>Der Workshop fand in diesem Jahr im April in Bad Hersfeld in Hessen statt. Dort wurde vor wenigen Jahren eine neue große Jugendherberge eröffnet, die sich gut für diese Art Treffen eignet, denn alte Dra­chen brauchen viel Platz. Da auch ein historischer Drachentyp bei diesem Workshop nachgebaut werden sollte, kann man sich leicht vorstellen, wie viel Raum 50 Dra­chenfreunde nebst Bau­material, Werkzeug und Nähmaschinen beanspruchen. Selbst Cafeteria und Sitz­ecken mussten mit Drachen geschmückt als Ausstellungs­räume herhalten. Einige dieser Drachen, besonders den Oesterle-Dreidecker, hätte der Herbergsvater sogar gerne für immer dort behalten.</p>
<p><strong>Historische Formen</strong><br />
Der Schweizer Charles Tacheron hatte einige seiner neuen Konstruktionen im Gepäck, die sich besonders durch ihre Größe auszeichnen. Während sein riesiger Lecornu Multicellulaire noch gerade so in der Herberge untergebracht werden konnte, musste der Hamburger Dia­mantdrachen aus Platzgründen draußen bleiben. Vielen Drachenfreunden ist der Gibson Girl oder der deutsche See­notrettungsdrachen bekannt, aber ein russischer Vertreter dieser Art, wie ihn Ulli Draheim präsentierte, war allen bis dahin unbekannt. Bis auf die Beschriftung und die Farbe ähnelte die Konstruktion dem amerikanischen Gibson Girl, aber im Gegensatz zu anderen war er mit einem Notsender ausgestattet, der sogar Signale empfangen konnte. Neben einem Dy­­namo war zusätzlich eine Batterie vorhanden, auch gab es eine riesige Stabantenne und eine kleine Leselampe. Allerdings war dieses Modell durch die ganzen Funktionen schwer und sperrig, sodass es nur auf Schiffen eingesetzt werden konnte.</p>
<p>Die Einführung in den Workshop übernahm der französische Experte für historische Drachen Pierre Mazieres mit einem Vortrag über die Person und das Schaffen von Josef Lecornu, dem Konstrukteur des diesjährigen Work­shopdrachens, dem Lecornu Multi­cellulaire.</p>
<p><strong>Teamwork</strong><br />
Für den Bau zugrunde gelegt wurde der Bauplan nach Karsten Wolf, der auf dem Buch „Drachen mit Geschichte: His­torische Modelle zum Selberbauen“ von Walter Diem und Werner Schmidt basiert und nur in einigen Details, zum Beispiel durch Takelungen an den Rahen geändert wurde. Mit Karsten Wolfs detaillierter Anleitung, die viele Zeichnungen und Fotos beinhaltet, sowie den fertig gebauten Drachen, die „zum Anfassen“ bereit standen, konnte der Bau losgehen. Bei allen auftauchenden Fragen standen die diesjährigen Organisation Heike und Wolfgang Seitz, Christel und Günther Heinze sowie Karsten und Frank Wolf immer freundlich und kompetent zur Seite.</p>
<p>Neben Leisten aus Hemlocktanne, Tulpenbaum und heimischer Buche wurde auch Flugzeugsperr­holz verwendet. Den Stoff aus nahezu dehnungsfreier Baumwolle hatten die Organisatoren schon vorher mit einer Spezialmaschine zugeschnitten. So entfiel diese langwierige Arbeit für die Work­shopteilnehmer. Trotzdem gab es genug zu tun. Die Stoffbahnen mussten gesäumt, die Zellen zusammengenäht und die Ecken vernäht werden.</p>
<p>Dann ging es weiter mit den Rechteckleisten, nach dem Brechen der Kanten erhielt jede Leiste eine andere Takelung. Danach wurden diese Leisten, auch Rahen genannt, mit dem Tuch verleimt, die Diagonalstreben eingepasst und die Gabelzinken hergestellt. Mit Ringschrauben und Quadratmuttern waren dann die Diagonalstreben zu einem Kreuz zu montieren und danach die Waage anzubringen. Wegen der aufwändigen Konstruktion sind leider nur wenige Workshopdrachen fertig geworden. Einige Drachenbauer hatten sich zu Teams zusammengeschlossen. Ein Teil­nehmer bügelte, der zweite nähte, der dritte<br />
war für die Holzarbeiten zuständig. So konnten die Arbeiten schneller vonstatten gehen.<br />
<strong><br />
Museumsfund</strong><br />
Für Abwechslung zu den praktischen Workshoparbeiten sorgte der Franzose Dominique Cotard, der Fotoaufnahmen aus dem Musée de l‘Air et de l‘Espace in Le Bourget präsentierte, einem Museum für Luft- und Raumfahrtgeschichte aus der Nähe von Paris. Vorwiegend werden dort Flugzeuge ausgestellt, der Bestand an alten Drachen hat hingegen bis vor zwei Jahren noch ein „Schattendasein“ geführt. Dominique und seinen Kollegen gelang es, die historischen Stücke aus den<br />
feuchten Kellern des Museums zu retten. Schnell zeigte sich, dass die meisten Exemplare von Drachenpionieren wie Georges Deffain, Vallot, Auguste Gomes, Gabriel Pantenier und Théodore Saconney durch die unsachgemäße Lagerung erheblichen Schaden erlitten hatten und manche einfach zu Staub zerfielen. Dominique hatte einige „Reste“ eines Saconney-Drachens mitgebracht, die den Zerfall eines Baumwolldrachens unter Umwelt­einflüssen eindrücklich dokumentierten.</p>
<p>Dominique und seine Kollegen beschäftigen sich mittlerweile seit zwei Jahren mit den Drachen des Museums, sie haben teilweise nach den originalen Vorbildern genaue Rekonstruktionen angefertigt. Eines dieser Exemplare, ein Drachen von Vallot, war auch auf dem Workshop zu bestaunen. Die Fotos aus dem Museum zeigten genaue Details, die den meisten der Anwesenden nur von alten Zeich­nungen bekannt waren. Auch war unter anderem ein „Trolley Gomes“ zu bestaunen, eine Fotoaufhängung für Luftaufnahmen, die vom Prinzip einer Drachenfähre ähnelt.</p>
<p>Durch die intensive Arbeit der Drachen­freunde hat sich aber bei den Verantwort­lichen des Museums die Sichtweise bezüglich der historischen Flugobjekte verändert. So ist 2010 zum Gedenkjahr für den ersten Aufstieg eines Saconney-Drachens in Frankreich ernannt worden. Aus diesem Anlass findet im Museum von Le Bourget auch eine Ausstellung über Théodore Saconney statt.</p>
<p><strong>Der Raffle</strong><br />
Organisiert von Holm Struck und Ralf Maserski fand auch wieder der Raffle statt, eine Verlosung, dessen Erlös dem nächsten Workshop zugute kommt. Die Teilnehmer wurden schon vorher informiert, entbehrliche, aber interessante Gegenstände zum Raffle mitzubringen. Es fanden sich über hundert Artikel ein, von Drachen über Werkzeug bis zu interes­santer Literatur. Diese Gegenstände wurden dann auf einigen großen Tischen präsentiert und jeweils mit einer kleinen Tüte versehen. Dann wurden Lose verkauft, die die Käufer mit ihrem Namen versehen in die Tüte des gewünschten Artikels werfen konnten. Natürlich stieg die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns mit der Anzahl der gekauften Lose, was dazu führte, dass kein Los übrig blieb. Dann hing alles nur noch von der „Glücksgöttin“ Heike Seitz ab. Gewonnen hat schließlich fast jeder, wobei der Spaß an dem Raffle den materiellen Wert der Gewinne weit übertraf.</p>
<p><strong>Oesterles Fesselflugzeuge</strong><br />
Ein weiterer Vortrag kam von Hilmar Rilling, der über Valentin Oesterle und dessen Drachenkonstruktionen referierte. Er erklärte anschaulich die Konstruktion seines eigenen Oesterle-Drachens, den er mit einigen kleinen Änderungen nach dessen Buch „Wie baue ich mir selbst? Fesselflugzeug-Dreidecker” gebaut hat.</p>
<p>Valentin Oesterle nannte seine Drachen übrigens „Fesselflugzeuge”, und tatsächlich hatten viele seiner Konstruktionen auch die typische Flugzeugform. Oesterle hielt nichts von kleinen Drachen, die meisten seiner Fesselflugzeuge waren zwischen 3,50 und 7,50 Meter groß, transportiert hat er sie oft auf einem Fahrradanhänger. Da Oesterle mit seinen Drachen auch Geld verdienen wollte, hat er für viele Firmen Werbedrachen gebaut, die teilweise Flugblätter abwerfen konnten. Oesterle machte auch viele Luftaufnahmen, für die Kamerafirma Zeiss-Ikon zum Beispiel hat er sogar einen Drachen mit eingebauter Kamera gebaut. Da es zu der Zeit noch keine zuverlässige Fernsteuerung gab, wurde durch eine Zündschnur, die an einer Wäscheklammer hing, der Auslöser betätigt. Neben solchen Innovationen hat Valentin Oesterle auch ein Buch über Flugwetterkunde geschrieben.</p>
<p>Hilmar Rilling hatte sich ziemlich eng an Oesterles Bauanleitung und die Stückliste gehalten, aber einige sinnvolle Änderungen vorgenommen. Statt Stahldraht verwendete er Dyneema-Schnur für die Verspannungen, die Verbin­dungselemente sind im Original aus Aluminium, bei Hilmar aus optischen Gründen aus Messing. Vor dem Bau hatte er sich genau überlegt, ob der Drachen denn auch in sein Auto passt. Nach einem halben Jahr Bauzeit war es dann endlich so weit, der Probeflug konnte auf der Schwäbischen Alb statt­finden und gelang auf Anhieb.<br />
<strong><br />
Wiedersehen in 2010</strong><br />
Mit der Verabschiedung der Teilnehmer wurde der Staffelstab des Historical Kite Workshops weitergereicht. Der Nächste findet 2010 in der Nähe von Hamburg statt und wird von Holm Struck, Ralf Maserski und Werner Lühmann organisiert.</p>
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		<title>In die Luft gebaut &#8211; Die Welt von Anna Rubin</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 12:17:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Kind hat sie versucht, in der Luft zu schwimmen, um zu fliegen. Heute baut Anna Rubin Drachen – aber nicht irgendwelche. Jedes ihrer Objekte ist ein Kunstwerk für sich, gefertigt aus den Materialien, die ihr die Natur bieten. In&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/in-die-luft-gebaut-die-welt-von-anna-rubin/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als Kind hat sie versucht, in der Luft zu schwimmen, um zu fliegen. Heute baut Anna Rubin Drachen – aber nicht irgendwelche. Jedes ihrer Objekte ist ein Kunstwerk für sich, gefertigt aus den Materialien, die ihr die Natur bieten. In Sport &amp; Design Drachen berichtet die Künstlerin, wie sie sich ihren Traum vom Fliegen erfüllt hat.<br />
</strong></p>
<div id="bild">
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/rubin/aufmacher.jpg" alt="" width="600" /><br />
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/rubin/01.jpg"><br />
<strong>Für die Drachenbaukunst von Anna Rubin sind weder Lineal noch komplizierte Berechnungen nötig. Das Augenmaß entscheidet</strong><br />
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/rubin/02.jpg"><br />
<strong>Aus Papier und Bambus ist dieses Flugobjekt entstanden</strong><br />
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/rubin/03.jpg"><br />
<strong>Jeder Drachen ist ein Kunstwerk für sich</strong><br />
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/rubin/04.jpg"><br />
<strong>Anna Rubin reicht das Material der Natur für ihre Drachen aus. Dieser wurde aus Gras gefertigt</strong>
</div>
<p>Das Thema Fliegen beschäftigt mich schon lange. Viele meiner Bilder sind aus der Vogel­perspektive gemalt, meine Objekte und Installationen sind leicht, schwebend und stehen in Verbindung mit dem Wind, dem Landschafts- und Himmelsraum. Seit 1999 entwickle ich flugtaugliche Strukturen aus Bambus, Papier und anderen Naturmaterialien, wie Gras und Blätter. Das, was die Natur bietet, sind für mich inspirative Werkstoffe. Wenn ich zum Beispiel Bambus spalte und schabe, beginnt er zu duften. Manchmal ist das Spalten schwierig und manchmal ist es leicht. Während dieser Arbeit entsteht ein Dialog zwischen meinen Händen und dem Material. Eigentlich bauen wir, der Bambus und ich, gemeinsam den Drachen.</p>
<p><strong>Geschichtenerzählerin</strong><br />
Der erste Schritt zur Entstehung eines Drachens ist sein Gerüst, die Linien der Skizze materialisieren sich in der Bam­buskonstruktion. Der Auslöser für die Entstehung eines Objekts ist meistens ein Erlebnis, ein Bild, ein Zitat oder ein Wort, das mich bewegt hat. In vielen meiner Drachenkonstruktionen kommen zum Beispiel Kreise vor. Der Kreis steht für einen Menschen. Wo Kreise sich überschneiden, geht es um zwischenmenschliche Beziehungen und um die Verknüpfung zwischen der Innen- und Außenwelt. Der Kreis ist ein Kosmos, ein Schutz, gebaut aus Bambus. Durch das viele Knoten wird das Bambusskelett zusammengehalten und auch mit ihm verbunden. Das Papier klebe ich dann mit Buchbinderleim auf die Vorder- oder Rückseite der Kon­struktion. Es soll die Bambusstruktur nicht „verwischen“, sondern verdeutlichen. Das Papier färbe ich mit Zeichen­tusche in verschiedenen Schattierungen und hinterlasse dabei Fingerabdrücke auf dem Papier als Spuren meiner Berührung, die der Drachen als Geschichte erzählt.</p>
<p>Oft ist der Präsentationsraum Ausgangs­punkt für den Bau eines Drachens. Die Installation „Fensterflügler und Gene­ratoren“ im Jahr 2007 im Schaukraftwerk kelag am österreichischen Wörther See, entstand durch die Inspiration durch die feinsprossigen Fenster und die schweren, gusseisernen Maschinen des Kraftwerks. Ich wählte ein Zitat von Giuseppe Penone, das stellvertretend für die Ausstellung steht: „Eine Ausstellung einrichten, bedeutet: die Menschen an die Decke führen, die Fenster ins Innere des Raumes verlegen, die Oberfläche der Mauer entfernen.“ In der Ausstellung „Bambusskizze“ im Amthof in Feldkirchen 2006 schwebten gespaltene Bambusleisten als dreidimensionale, bewegliche Skizze im Raum. Die letzte Präsentation „Surcando el Cielo“, Franz Mayer Museum Mexico City, 2008, war ein Überblick über meine gesamte Arbeit.</p>
<p><strong>Naturverbunden</strong><br />
 Seit 2003 leite ich Workshops für Lehrer, Jugendliche, Familien, Kunst- und Architekturstudenten. In diesen Kursen steht der Wunsch zu fliegen, im wahrsten Sinne des Wortes, ganz oben. Dieser Gedanke begleitet den gesamten Prozess des Drachenbauens. Kein Lineal, keine Zahlen finden hier Anwendung. Das sind nur unnötige Fehlerquellen. Das Augenmaß sorgt für die Symmetrie der Drachen.</p>
<p>Für meine Arbeit spielen die Natur und die Landschaft, in der ich lebe, eine große Rolle. Wenn ich einen Drachen fliegen lasse, steht er in Verbindung mit dem Ort, doch hinterlässt sein Erscheinen keine Spur. Die Landschaft bleibt wie sie ist.</p>
<div style="padding:7px;width:270px;float:left"><strong>Vita Anna rubin</strong></p>
<p><strong>1972: </strong>geboren in Kärnten<br />
<strong>1993 bis 2000:</strong> Studium in den Fächern Textil und Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien<br />
<strong>1998 und 2000:</strong> Kunsterzieherpreis der Akademie der Bildenden Künste in Wien<br />
<strong>2000: </strong> 1. Preis des Kunstdrachenwettbewerbs im Rahmen des Internationalen Drachenfests in Dieppe, Frankreich<br />
<strong>Ab 2002: </strong> Jurorentätigkeit bei Kunstdrachenwettbewerben<br />
<strong>2003 bis 2009: </strong> Drachenworkshops in der ganzen Welt</div>
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		<title>Everything can fly &#8211; Drachen in 3D</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 08:54:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen & Planen]]></category>

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		<description><![CDATA[Dreidimensionale Objekte und Umgebungen zu erstellen, ist das Hobby meines Sohnes Nils. Sobald ein 3D-Bild fertig ist, sucht er sofort nach neuen Ideen, die er am PC mit der geeigneten Software auf den Bildschirm bannen kann. Meine Leidenschaft sind Kasten-&#8230; <a href="http://sport-und-designdrachen.de/wissen-planen/everything-can-fly-drachen-in-3d/" class="read_more">weiter lesen ...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dreidimensionale Objekte und Umgebungen zu erstellen, ist das Hobby meines Sohnes Nils. Sobald ein 3D-Bild fertig ist, sucht er sofort nach neuen Ideen, die er am PC mit der geeigneten Software auf den Bildschirm bannen kann. Meine Leidenschaft sind Kasten- oder rautenförmige Drachen, flache oder dreidimensionale Objekte, am liebsten ganz neue Drachen­formen. Sobald ein Drachen fertig ist, begebe ich mich wieder auf der Suche nach neuen Ideen, die man an der Nähmaschine greifbar werden lassen kann. Nils hat mit seinen 15 Jahren nur wenig Erfahrung mit Drachen, ich habe nur wenig Erfahrung mit 3D-Software. Kann man die beiden so unterschiedlichen Hobbys miteinander kombinieren? Man kann! </strong><br />
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/3-d_drachen/aufmacher.jpg" alt="" width="600"></p>
<div id="bild">
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/3-d_drachen/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Zu Anfang ist alles noch grau in grau<br />Schließlich wird das Bild mit Textur versehen<br />Das fertige Bild mit den Wolken im Hintergrund</strong><br />
<img src="http://designdrachen.com/wp-content/blogs.dir/1/files/3-d_drachen/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der Entwurf einer Staffelei samt einem Gemälde als Drachen wurde kurzerhand wieder verworfen</strong>
</div>
<p>Optische Täuschungen und un­­mögliche Figuren sind das Bin­de­­glied. Als mein Sohn mich wieder einmal fragte, ob ich einen interessanten 3D-Vorschlag hätte, antwortete ich nur: U-Boot, Raumschiff oder Auto. Das sind die Objekte, die er eigentlich nicht besonders mag. Mir fiel nichts Besseres ein, ich war mit Drachengedanken beschäftigt. Zwei Tage später machte es dann Klick: Eine neue Idee war geboren. Ein erster kleiner Gedanke, die Brücke vom Computer zum Drachen zu schlagen, keimte auf und entwickelte sich langsam.</p>
<p><strong>Von der Idee zum Entwurf</strong><br />
Drachen aus schweren Materialien wie zum Beispiel Beton, die man selbst bei Sturm nicht zum Fliegen bringen kann, müsste man doch am PC so umsetzen können, dass sie fotorealistisch aussehen. Eine Betonplatte am Himmel ist zwar außergewöhnlich, aber das passende Umfeld fehlt. Ein Weg aus Platten, in dem eine aus dem Verbund herausgenommen wurde, ist die passende Ergänzung. Beim Abendessen erzählte ich Nils von meinen Überlegungen. Er war begeistert und schlug ein größeres Bild aus vier Ein­zelbildern vor, schwarz eingefasst. Dies ist der einzige Gedanke, der bis zum Schluss ohne Änderungen übernommen wurde. Nils und ich redeten uns in Rage, hatten neue Einfälle, Verbesserungen und Än­­derungen, bauten Luftschlösser.</p>
<p>Der Alltag sah allerdings anders aus. Nach langem Hin und Her einigten wir uns auf einen optisch aufeinander abgestimmten Aufbau von vier Bildern. Das Grund­­ge­­­rüst stand also. Wir besprachen die ersten sechs Entwürfe. Drei fielen raus, sie ließen sich nicht umsetzen.</p>
<p><strong>Beton und Drachen</strong><br />
Nils arbeitet mit 3D-Software zum Erstellen von dreidimensionalen Figuren, die dann im Raum platziert, gedreht und verschoben werden können. Das funktioniert im Prinzip genau umgekehrt wie beim Fotografieren. Statt mit dem Foto­apparat die beste Perspektive für das Motiv zu suchen, legt man als Erstes die Perspektive fest und baut dann das Ob­­jekt. Das PC-Programm bietet schon<br />
fertige Grundobjekte wie Quadrate oder Kugeln an, die dann in Höhe, Breite und Länge modifiziert werden können. Jedes Objekt besteht dabei aus Polygonen, das sind drei- bis viereckige Flächen.</p>
<p>Beim ersten Bild fängt Nils mit einer quadratischen Platte an. Nachdem er festgelegt hat, wie dick sie ist, klont (dupliziert) er sie und verteilt sie auf die entsprechenden Positionen am Boden. Eine Platte wird dann zum Drachen, wenn Richtung und Flugwinkel stimmen. Anschließend kommt die Drachenschnur an die Reihe. Sie ist nicht nur ein Strich, sondern wird auch dreidimensional aufgebaut. Dazu ist eine Linie zu zeichnen, um die man einen Kreis zieht, der dann wiederum in die Länge zu ziehen ist. Dabei handelt es sich um einen so genannten Snipe. Jetzt wird die Lichtquelle gesetzt, um Schat­­­ten zu erzeugen. Die Position kann man sich frei aussuchen. Dabei spielt es natürlich eine große Rolle, ob sich draußen eine Lichtquelle wie die Sonne befindet oder ob man mit Lampen im Raum arbeitet. Auch nach dem Hinzufügen von Licht ist alles auf dem Bildschirm nur in Grautönen, da bis jetzt nur mit Objekten ohne Farbe gearbeitet wurde.</p>
<p><strong>Spezialeffekte</strong><br />
Die Texturen, also die farbigen Ober­flächen, kommen danach an die Reihe. Die Quadrate erhalten eine Stein-Struk­tur. Mit etwas Fingerspitzengefühl sind im Anschluss noch Reflexionen und einen Bump hinzuzufügen. Letzterer sorgt dafür, dass eine scheinbare Unebenheit der Oberfläche geschaffen wird. Nachdem man die Textur an das Objekt angepasst hat, ist das Bild zu rendern. Unter Rendern versteht man die physikalische Berechnung der Lichtreflexion, der Schat­­­­­ten und des Schärfeverlaufs. Eine Rech­nerarbeit, die viel Zeit braucht. Damit es schneller geht, gibt es das Testrendern für einen groben Überblick und das Rendern kleiner Abschnitte. Es dauert, je nach Bild, unterschiedlich lange.</p>
<p>Für das erste Bild waren zirka 45 Minuten nötig, bis man einen ersten optisch korrekten Eindruck bekam. Danach können noch Änderungen vorgenommen und Einstellungen verändert werden. Da unbedingt Wolken zum Bild gehören sollten, das Programm aber nur einen physikalisch blauen Himmel erzeugt, fügte Nils diese mit einer Bildbearbeitungssoftware ein. Schließlich fehlte nur noch ein Detail auf dem Bild. Es wurden noch drei Kugeln aus Chrom, in der sich die Umgebung spiegelt, hinzugefügt. Für diesen Effekt erhielten sie einen Shader, der die Re­­flexion und das Glanzlicht bestimmt.</p>
<p><strong>Feinschliff</strong><br />
Als ich das Bild zum ersten Mal in Rohform sah, fehlte mir ein richtiger Himmel. Erst mit den Wolken kam Leben ins Bild. Nur wirkte der Betondrachen zuerst gar nicht mehr dreidimensional, seine Kanten verschwammen vor der weißen Wolke. Nils schob sie kurz entschlossen ein Stück zur Seite. Dann passte es. Das Bild war in meinen Augen perfekt!</p>
<p>Die nächste Skizze mit dem Auto, dem das Vorderrad fehlt und das an einer Drachenschnur am Himmel fliegt, wurde abgelehnt. Ich hatte vergessen, dass Nils keine 3D-Entwürfe von Autos mag, da diese sehr zeitaufwändig sind. Die Zeich­nung mit der leeren Staffel auf dem Rasen und dem fliegenden, in Gold gerahmten Bild kam besser an. Mein Vorschlag, den Rasen gegen Sand zu tauschen, wurde mit einem Grummeln quittiert aber übernommen. Das Bild verlor jedoch an Tiefe, wirkte blass. Also alles noch einmal zurück. Feinheiten wurden ergänzt, dann ging es ans nächste Bild.</p>
<p><strong>Rasen und Drachen</strong><br />
Die Zeichnung vom fliegenden Lagerfeuer vor nächtlichem Hintergrund mit Ster­­nen fiel durch, da die Drachenschnur am dunklen Himmel nicht sichtbar gewesen wäre. Die Zeichnung mit dem Rokkaku, der aus einem Rasen ausgestochen wird, finde ich überzeugend. Nils allerdings weniger.</p>
<p>Sein erster Gedanke war, mit dem Hair-Modul Haar zu erzeugen, das aussieht wie Gras. Das ist relativ einfach. Das Problem ist die riesige Anzahl an Grashalmen. Um eine Fläche zu füllen, müssten es ungefähr 500.000 sein. Da er nicht so viel Arbeitsspeicher hatte, arbeitete Nils mit „Shader“ und „Displacement“. „Displace­ment“ erkennt an grauen oder weißen Flächen Höhenunterschiede, sodass es scheint, als wären die Grashalme unterschiedlich lang, so wie richtiger Rasen. Da das Bild vorerst nur in Grautönen gehalten war, kam wieder Textur in Form von unterschiedlichen Grüntönen hinzu.</p>
<p><strong>Fußball und Drachen</strong><br />
Der Entwurf war fertig, doch der Rokkaku hatte eine Metamorphose zum Della-Porta durchgemacht. Dieser wird in den Rasen gedrückt und als Sechseckform ausgestochen. Die Breiten und Längen mussten noch ins richtige Verhältnis gebracht und anschließend der Rasen-Rokkaku mit Waageschnüren versehen werden. Damit war das Bild fast fertig. Es fehlte aber wieder etwas. Da kam mir der Gedanke, dass es mit einem Fußballfeld viel besser wirken müsste. Dies gefällt auch dem 3D-<br />
Designer. Das Bild wurde geändert und ein Tor hinzugefügt. Ein Spaten, der den Drachen ausgestochen hat und ein Fußball kamen noch hinzu.</p>
<p>Es ging ans letzte Bild. Ich hatte die Idee von einem Drachen aus rostigen Stahlplatten. Nils hingegen fand die Idee nicht gut, weil es schwierig ist, mit Rost eine Wirkung zu erzielen. Nach der Umsetzung am PC war ich nicht zufrieden, bis mein Sohn auf die Idee mit den Spitzen für den Kastendrachen kam. Die hat er dann sozusagen aus einer zweiten Stahlplatte geschweißt.</p>
<p>Die vier Bilder waren nun fertig, aber Nummer zwei gefiel mir noch nicht ganz, da ein Flug theoretisch nicht unmöglich wäre. Nach langen Überlegungen entfernten wir das gerahmte Bild und die Staf­felei und ersetzten sie durch drei Wind­mühlen. Bei einer von ihnen wandelten wir den Rotor zu einem Drachen um. Jetzt waren wir beide zufrieden. Nils über neue Motive und die Umsetzung meiner Vorgaben, ich über die für nicht für möglich gehaltene Symbiose unserer doch so unterschiedlichen Hobbys.</p>
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