Paradiesvogel – Papagei von Gomberg Kite Productions International
von Redaktion • 9.9.2009 • Kategorie: Bauen & Fliegen • Sport & Design Drachen bestellenBei den deutschen Meisterschaften 2007 schrammte er noch ganz knapp am Podium vorbei und belegte den 4. Platz in der Kategorie „Bester stabloser Drachen“. Über dem großen Teich, bei Gomberg Kites Productions International, ist er dagegen die Nummer eins: Die Rede ist vom Papagei, der von Harm-Dierk Otte aus Dörverden bei Bremen erdacht und entwickelt wurde und nunmehr durch David Gombergs Drachenmanufaktur in den Handel kommt. Sport & Design Drachen hatte die Gelegenheit, einen genauen Blick auf den bunten Vogel zu werfen.


Die Pupille des Auges ist dreidimensional

Die Waage-Aufhängung wurde mit einem einfachen Saum vernäht

Sehr saubere Fertigung des Lufteintritts

Gomberg- und Dingwerth-Drachen beim Familienausflug

Ein Blick ins Innere offenbart die Verstärkungsschnüre

Top-Wertung für die runden Segmenten des Flügels

Im Schwanzbereich wurde dagegen appliziert

Die Flügel sind an den Körper angelegt, was schon bei wenig Wind für Flügelschlagen sorgt

Aufhängung des Schleppschwanzes
Die Geschichte, die hinter dem Papagei steht, ist dabei so spannend wie Harm-Dierks Drachen selbst. Auf Fuerteventura findet alljährlich zur Herbstzeit ein Drachenfest statt. Viele Ideen für schöne Drachen, wie beispielsweise den Leguan von Sport & Design Drachen-Autor Bernhard Dingwerth, wurden hier geboren. Bei dem Papagei war es nicht anders – in fröhlicher Runde wurde ein gefiedertes Stofftier bestaunt und schon kurze Zeit später flatterten seine Artgenossen aus Spinnaker am
deutschen Drachenhimmel. Doch nicht etwa eine Konstruktion, nein, gleich deren drei sind aus dem Ei geschlüpft: Steffen Gaubatz aus Dresden entwarf einen
Papagei mit langen, ausgestellten Flügeln, während die Version von Bernhard Dingwerth aus Kassel eher über kleinere Flügel verfügt (Bauplan in KITE & friends 01/2009). Harm-Dierks Variante wiederum weicht bei den Flügeln von seinen Artgenossen ab: Diese sind nicht ausgebreitet, sondern an den Körper angelegt, was dem Drachen insgesamt ein schönes Flugbild verleiht.
Größer als erwartet
Doch der Reihe nach. Betrachten wir den Drachen aus dem Hause Gomberg Kite Productions International einmal genauer. Geliefert wird er in einem stabilen Nylonsack, wobei das komplette Paket 1.100 Gramm auf die Waage bringt. Im Inneren des Beutels findet sich der eigentliche Papagei samt Schleppsack wieder. Auf eine Anleitung sowie eine Schnur wurde verzichtet, was bei Drachen dieses Typs jedoch nicht unüblich ist.
Gomberg gibt den Papagei mit einer Länge von 10 feet, also etwas mehr als 300 Zentimeter, an. Dies verwundert, denn schließlich sieht Harm-Dierks Drachen schon am Boden deutlich größer aus als die, nicht im Handel erhältliche, 350 Zentimeter-Version des Dingwerth-Papageis. Und wirklich, das Metermaß bringt es an den Tag: gemessen von Stirn bis zur Schwanzspitze bringt es der Vogel aus den USA auf stolze 450 Zentimeter. Das Auge hat also doch nicht getäuscht. Hier fällt mal wieder auf: Es kommt immer drauf an, wie gemessen wird.
Federkleid
Bei den Farben haben Drachenfreunde im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl. Geliefert wird der Papagei von Haus aus in einem roten Gefieder, das durch gelbe und grüne Segmente an Flügel und Schwanz unterbrochen wird. Gomberg liefert diesen Drachen jedoch auch custom made, das heißt ganz nach den Farbwünschen des jeweiligen Käufers. Und das ohne Aufpreis – Service am Kunden, wie er besser nicht sein könnte.
Der erste gute Eindruck setzt sich bei der Verarbeitung des Drachens fort. An der Stirnseite befindet sich ein Reißverschluss, der das Be- und Entlüften des Einleiners erleichtert. Auch eventuell anstehende Reparaturen können über diesen durchgeführt werden. Für einen solchen Arbeitseinsatz, der hoffentlich niemals eintritt, wäre jedoch ein etwas größerer Reißverschluss wünschenswert. Platz ist hierfür auf der Stirn genügend vorhanden. Der Verschluss ist sauber in das Segel eingefügt, Falten oder Kanten sind nirgends zu entdecken. Lediglich in der Farbe hätte er angepasst werden können, denn so sticht das Weiß schon ein wenig hervor.
Mit großen Augen
Bei den Nähten, die typisch für stablose Drachen in einfacher Form ausgeführt worden sind, gibt es keine Beanstandungen. Diese Arbeiten hat man sorgfältig unternommen und wichtige Stellen des Segels zudem mit aufgenähter Schnur verstärkt. Die Aufhängung der Waage besteht aus Laschen, die man zusammen mit den Segmenten einfach vernäht hat. Würde der Papagei mehr Zug aufbringen, hätte man an den Stellen der Waage-Aufhängung vielleicht über einen doppelten Saum nachdenken können.
Die Augen sind in Applikationstechnik ausgeführt, wobei der überschüssige Stoff hinter den blauen Augensegmenten nicht entfernt wurde. Dafür ist die schwarze Pupille dreidimensional gefertigt. Ebenfalls aus Applikationen besteht der Schwanzschmuck. Leider wurde auch hier auf die Entfernung des überschüssigen Spinnakers auf der Rückseite verzichtet und somit leuchten die gelben und grünen Segmente des Schwanzes nicht ganz so, wie es eigentlich sein könnte. Ein kleiner Schönheitsfehler, der den guten Gesamteindruck jedoch nicht beeinträchtigt.
Verarbeitung: top
Bei den Flügeln geht Gomberg Kite dagegen einen anderen Weg. Hier wurde auf Applikationen verzichtet und sämtliche Segmente wurden vernäht. Und das sehr konsequent. Auch die runden Teile wurden nicht etwa aufgesetzt und mit schneller Segelmachernaht befestigt, nein, auch diese Zonen des Drachens hat man mit ordentlicher Naht versehen – das gefällt.
Auf der Brust wiederum befinden sich die großen Löcher für den Lufteintritt. Diese wurden auf der Frontseite mit Hilfe von Gaze verstärkt. Diese Löcher wurden sehr sauber mittels einer Doppelstich-Naht in den Drachen eingepasst. Auf der Rückseite hat man zudem ein farblich passendes Spinnakersegment als Ventilklappe eingesetzt. Für diese Ausführung gibt es eine Topbewertung – genauso hat der Lufteintritt an modernen Stablosen auszusehen. Der Schleppschwanz schließlich ist dem Drachen farblich angepasst. Front- und Endseite wurden doppelt gesäumt, die einzelnen Paneele mittels einfacher Naht zusammengesetzt.
Zugvogel
Die Stunde der Wahrheit naht mit dem Gang auf die Drachenwiese. Wird der Papagei den bis dahin guten Gesamteindruck aufrecht erhalten können? Dem Hinweis auf Gombergs Homepage (www.gombergkites.com) folgend, starten wir zunächst einen Lifter, in dessen Leine wir den Papagei einhängen können. Gestaltete sich der Start des Lifterdrachens noch recht einfach, musste beim Einhängen des Vogels erst einmal Zubehör aus der Ersatzteilkiste her. Zwar verfügt der Papagei über eine Lifteraufhängung, diese ist sogar sehr schön aus einer Dreipunkt-Waage gefertigt, jedoch wurde auf einen Karabinerhaken oder Clip verzichtet. Bei einem Drachen dieser Preisklasse ist dieser eigentlich zu erwarten. Nachdem diese Klippe umschifft war, ging alles sehr schnell: die Waage wurde von der Hexenleiter genommen, der Drachen über den Reißverschluss belüftet und anschließend entlang der Lifterleine auf Höhe gebracht.
Hier macht der Papagei eine richtig gute Figur. Stolz hebt er seinen Kopf und fängt an, mit seinen Flügelspitzen zu schlagen. Das ist ein Drachen so recht nach dem Geschmack der Zuschauer. Eine tolle Sache! Frischt der Wind auf, nimmt der Papagei auch diese Böen gemütlich mit. Dem Lifter sei dank hält sich der Vogel wacker in der Luft. Ein anderes, konstruktionsbedingtes Merkmal tritt jetzt jedoch unschön hervor: Da der Schnabel vor der Lufteintrittsöffnung liegt, reicht der Innendruck bei starken Wind nicht mehr aus, um den Schnabel in Form zu halten. Dieser wird dann zusammengedrückt, was dem Flugbild des Papageis etwas abträglich ist. Besser wäre es hier gewesen, wenn Gomberg dem Schnabel ein Innenventil spendiert hätte.
Flügelschlagen
Von den guten Flugeigenschaften des Papageis ermutigt, wird in der nächsten Testphase der Lifter abgenommen. Und siehe da, der richtige Wind und eine ordentliche Waage-Einstellung vorausgesetzt, fliegt der Vogel auch ohne Lifter-Drachen. Dazu sei allerdings bemerkt, dass wir den Drachen ausschließlich an der Küste ausprobiert haben. Im Binnenland wird man um den Einsatz eines Lifters wohl nicht herumkommen.
Für 450,– Dollar, ungefähr 317,– Euro, erhält man einen wunderschönen, stablosen Drachen, der sauber gefertigt ist und viel Spaß bereitet. Zudem ist die Option, den Drachen nach eigenen Farbwünschen gefertigt zu bekommen, ein echter Pluspunkt und definitiv ein Kaufanreiz. Mit moderaten Zugkräften wird er auch Einsteiger im Bereich der stablosen Drachen nicht überfordern. Außerdem spricht das wunderschöne Flugbild für sich. Wünschenswert wäre nur das besagte Innenventil am Schnabel. Ansonsten kann der Papagei rundherum empfohlen werden und dank des für Europäer günstigen Dollarkurses sollten schon bald mehr dieser schönen Vögel hierzulande am Himmel stehen.






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Mehr Fotos der Pagageien in diversen Farbvarianten und Größen gibt es auf der Homepage des Dörverdener Drachen Teams, zu dem Harm-Dierck Otte gehört. Zu finden unter: http://www.joachim-kruse.de/drachen.htm.
Ralf vieleicht solltest du in Zukunft darüber nachdenken das du bei deinem Preis auch angibst das noch Transport und MWST auf die 317 Euro draufkommen die der Zoll verlangt. Was dann über 400 Euronen ausmacht im Endeffekt.