Fliegende Picassos – White-Line-Serie vom Spielwarenhaus Ahlert
von Redaktion • 6.5.2010 • Kategorie: Bauen & Fliegen • Sport & Design Drachen bestellenDas Spielwarenhaus Ahlert verbindet man unweigerlich mit schönen Drachen zu erschwinglichen Preisen. Dabei haben die beiden Ahlert-Brüder weitaus mehr interessante Produkte für Drachenflieger im Programm. Wie beispielsweise die White-Line-Serie, die sich speziell an kreative Köpfe richtet.


Mittels eines Beamers wird das Motiv auf das Segel projiziert und dann mit einem weichem Bleistift das Motiv übertragen

30 Farben stellt Spielwarenhaus Ahlert zur Verfügung

Der Maskliner trennt unterschiedliche Farben


Man beginnt mit der hellsten …

… und arbeitet sich weiter vor zu den dunklen Farben

Sinnvoll ist die Einteilung des Segels in Segmente

Der Maskliner kann auch für Effekte genutzt werden


Auch abstrakte Motive sind möglich, wie der Ostend Bird der White-Line-Serie zeigt

Die White-Line-Serie ist sauber gefertigt

Taschen und Verstärkungen sind ebenfalls in Weiß gehalten
Die Drachen werden nicht von Ahlert selbst produziert. Vielmehr stammen sie aus dem Sortiment der in Belgien ansässigen Firma Didak und werden von den Gebrüdern Ahlert nach Deutschland importiert. Da man neben den weißen Modellen auch sämtliche Farben, die zum Bemalen der Drachen nötig sind, bei dem Spielwarenhaus in Bad Kissingen erhält, ist es für diesen Bereich der erste Anlaufpunkt für kreative Piloten aus Deutschland.
Ganz in Weiß
Wie es der Name schon vermuten lässt, werden alle Drachen der White-Line-Serie mit komplett weißem Segel geliefert. Drachenfreunde stehen dabei vor der Qual der Wahl, denn Ahlert bietet gleich mehrere Modelle aus der Produktlinie an. Der Ostend Bird wurde von Didak selbst entwickelt und hat in den letzten Jahren eine weite Verbreitung gefunden. Er taucht in zwei unterschiedlichen Versionen auf, einmal mit einer Spannweite von knapp 400 und einer Bauhöhe von 260 Zentimeter sowie in einer kleineren Version mit einer Spannweite von 190 und einer Bauhöhe von 125 Zentimeter. Neben dem Ostend Bird stehen auch ein Schleierdelta mit 200 Zentimeter Spannweite und 600-Zentimeter-Schwanz, ein 200 x 700 Zentimeter messender F-Tail, ein 120 x 100 Zentimeter messender Rokkaku sowie ein 150 x 90 Zentimeter messender Flagkite zur Auswahl. Ein wenig aus dem Rahmen fällt der 49 x 49 Zentimeter messende Eddy, der speziell für Workshops mit Kindern vorgesehen ist. Dieser Drachen, dessen Segel aus Tyvek besteht, wird komplett mit Schnur und Wachsstiften geliefert. Im Test waren der Ostend Bird sowie der Rokakku.
Bei den anderen Modellen der White-Line-Serie besteht das Segel aus weißem Spinnaker. Gut gefällt hierbei die konsequente Umsetzung der Farbwahl. So wurden auch Stabtaschen und Dacron-Verstärkungen aus weißem Material gefertigt. Lediglich die Glasfaserstäbe kommen im dezenten Schwarz daher. Insgesamt machen die Drachen von der Verarbeitung her einen guten Eindruck. Die Nähte sind sauber ausgeführt, wichtige Stellen verstärkt und auf Kett und Schuss wurde weitestgehend geachtet. Alleine beim Ostend Bird kann sich das Einfädeln der Spreize am Schwanz zu einen Geduldsspiel entwickeln, da hier die Stabtasche recht eng ausgeführt ist. Wünschenswert wäre zudem eine Tasche aus Spinnaker für alle Drachen der Serie, denn die mitgelieferte, durchsichtige Verpackung ist nicht gerade das Optimum für ambitionierte Drachenflieger.
Breites Farbspektrum
Für die kreative Gestaltung des Segels stellt sich zunächst einmal die Frage nach der zu verwendenden Farbe. Ahlert verwöhnt die Drachenbauer an dieser Stelle, da man ein breites Sortiment an Farben im Programm hat. Hierbei handelt es sich um hochpigmentierte Acrylfarben, die in mehr als 30 verschiedenen Nuancen vorrätig sind. Daneben kann in Bad Kissingen auch ein so genannter Maskliner erworben werden. Dies ist eine Art Stift, der das Ineinanderlaufen verschiedener Farbtöne verhindert. Welche Farbe letztendlich für den zu gestaltenden Drachen verwendet wird, hängt auch von der Technik ab, die man einsetzen möchte. Hier gibt es ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Rainer Hoffmann hat in der letzten Ausgabe von Sport & Design Drachen aufgezeigt, wie wundervolle Segel mit verschiedenen Drucktechniken gefertigt werden können. Auch für solchen Farbdruck eignen sich die Drachen der White-Line-Serie hervorragend. An dieser Stelle soll aber aufgezeigt werden, wie man das gewünschte Motiv auf das Segel bekommt und dieses anschließend am besten bemalt.
Ist ein geeignetes Motiv gefunden, stellt sich die Frage, wie dieses auf das Segel übertragen werden kann. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten, zwei davon haben sich in der Praxis am besten bewährt. Ohne Computer benötigt man eine Klarsichtfolie für den Overhead-Projektor. Letztere gibt es in Schreibwarenläden zu erwerben. Der Umriss des Motivs wird nun auf die Folie durchgepaust. Anschließend ist der Drachen ohne störende Stäbe und möglichst ohne Waageschnur flach an einer Wand zu befestigen. Nun wird mit dem Overhead-Projektor das Motiv auf das Drachensegel projiziert und mittels eines weichen Bleistifts (2 bis 3B) auf das Segel übertragen. Ist kein Overhead-Projektor zur Hand, kann man das Motiv auch auf Dia abfotografieren und anschließend auf das Drachensegel projizieren. Für Computernutzer hat sich folgende Herangehensweise als praktikabel erwiesen: Zunächst wird das Motiv eingescannt und anschließend am Rechner bearbeitet. Mittels eines Beamers kann man das Motiv dann auf das Drachensegel projizieren und wiederum mit einem weichen Bleistift übertragen.
Werkzeug
Normalerweise stellt man vor dem Bemalen des Segels sicher, dass dieses fettfrei ist. Dazu spült man das Segel mit einer leichten Seifenlösung ab und reinigt es anschließend mit klarem Wasser. Bei den Drachen der White-Line-Serie kann man auf diesen Arbeitsschritt verzichten und das Segel so verwenden, wie es aus der Drachenwerkstatt kam. Und dies hat einen guten Grund: Der von Didak verwendete Stoff ist einseitig beschichtet. Nun würde man normalerweise die beschichtete Seite zum Bemalen des Drachens benutzen, was im vorliegenden Fall aber nicht möglich ist, da diese auf der Rückseite des Drachens liegt. Stattdessen muss auf die unbeschichtete Seite des Segels gemalt werden, die dann die Farbe aufsaugt. Dies ist gut für die Haltbarkeit, doch Vorsicht – der Einsatz von Filzstiften oder Eddings sollte unterbleiben, da der Strich des Stifts auf der unbeschichteten Seite aufgrund der Struktur des Segels sofort ausfasert.
Die Wahl des Pinsels bleibt jedem Künstler überlassen. Gewöhnliche Pinsel für Acrylfarben sind vollkommen ausreichend. Die Größe richtet sich nach dem Motiv, sinnvoll ist es jedoch immer eine adäquate Auswahl verschiedener Ausführungen griffbereit zu haben.
Hilfsmittel
Mit welcher Stelle das Bemalen des Segels begonnen wird oder welche Farbe zuerst zu benutzen ist, bleibt letztendlich den Vorlieben jedes Drachenbauers selbst überlassen. Einige Kleinigkeiten haben sich aber in der Praxis bewährt und sollten daher an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Zum Bemalen des Segels wird dieses plan auf einem Tisch befestigt. Gewichte, welche in Möbelhäusern als Türstopper verkauft werden, eignen sich hierzu hervorragend. Lässt es das Motiv zu, wird in der oberen, linken Ecke des Segels begonnen und sich anschließend zur unteren rechten Ecke vorgearbeitet. Zum anderen ist es unbedingt notwendig, mit der hellsten Farbe anzufangen und erst später die dunkleren aufzutragen. Dies liegt daran, dass Dunklere die Hellen übertönen, während dies umgekehrt nicht der Fall ist. Um sich das Leben einfacher zu machen, ist es durchaus legitim, sich das Segel in Zonen einzuteilen. Dies bedeutet, dass nicht das komplette Segel mit der hellsten Farbe bearbeitet werden muss, bevor es an den nächst dunklerem Ton geht. Bei dem hier auf diesen Seiten gezeigten Drachen waren es die unterschiedlichen Flügel der Elfe, deren Kopf und Körper, die die einzelnen Zonen bildeten. Die Einteilung hat auch den Vorteil, dass die Arbeit unterbrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden kann, ohne dass dies später durch einen unschönen Farbverlauf sichtbar wäre.
Ein Maskliner ist ein nützliches Hilfsmittel beim Bemalen des Spinnakers. Aus dem Stift wird eine flüssige, gummiartige Masse gedrückt, die auf das Segel, genau da, wo zwei Farben aufeinandertreffen, eingefügt wird. Nach zirka einer Stunde ist diese Masse ausgehärtet und nicht mehr flüssig. Nun können zu beiden Seiten des Maskliners Farben aufgetragen werden, ohne dass diese ineinander fließen. Nach dem Auftragen wird der Gummi einfach vom Segel abgezogen. Nicht nur Farben können mit Hilfe des Maskliners wirkungsvoll voneinander getrennt werden, auch Effekte sind möglich. Der Glanz in den Augen der Elfe und ihr leicht geöffneter Mund wurden beispielsweise mit Hilfe des Maskliners erzielt.
Die verwendete Acrylfarbe trocknet im Übrigen recht schnell. Bereits nach einer halben Stunde ist die Farbe trocken. Dennoch, bevor das Kunstwerk durch die Stäbe unter Spannung gebracht oder gar in den Himmel gezogen wird, sollte die Farbe ausreichend Zeit zum Aushärten bekommen haben. Dies bedeutete im vorliegenden Fall mindestens zwei Tage des ungestörten Trocknens. Erst dann wurden die Stäbe und die Waage des Rokkakus montiert und der Drachen somit flugklar gemacht.
„Picassos“ am Himmel
Die Drachen der White-Line-Serie fliegen absolut unproblematisch und sind auch für Anfänger geeignet. Im Test konnten der kleine Ostend Bird und der Rokkaku von einer Person mühelos gehandelt werden und standen, auch bei böigem Wind, sauber in der Luft.
Wer immer schon einmal einen Drachen nach eigenem Gusto entwerfen wollte, der ist bei der White-Line-Serie und den Farben des Spielwarenhauses Ahlert an der richtigen Stelle. Moderat in den Preisen erhält der kreative Drachen-Picasso sauber gefertigte und teils flugfertige Drachen, auf deren Segel man sich nach Herzenslust austoben kann.




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