Sport & Design Drachen

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Fire and Ice – Flames von Robert Brasington

von Redaktion • 7.1.2010 • Kategorie: Bauen & Fliegen • Sport & Design Drachen bestellen

Wenn sich Robert Brasington im heimischen Tasmanien an die Nähmaschine setzt, können Dracheninteressierte sicher sein, dass wieder eine ganz besondere Konstruktion die Werkstatt des findigen Entwicklers verlassen wird. Dabei ist nicht unbedingt die Größe des Drachens spektakulär, vielmehr liegt der besondere Charme der Brasington-Kites in Form und Farbgebung der leichten Flugobjekte begründet.


Die Applikationen wurden sauber ausgeführt


Stabendtasche aus Dacron


Das Organza wurde in den Saum eingenäht


Die Waageschnur wird durch eine Öse im Segel geführt


Das Organza des Drachenschwanzes sorgt für schöne Lichteffekte

Die neueste Kreation aus dem Hause Brasington nennt sich „Flame“ und stellt, wie der Name schon sagt, eine Flamme dar. Die Flame kommt gleich in zwei Versionen daher: Während die „Hot Flame“ ganz in Rottönen gehalten ist, wird die „Cool Flame“ eher mit kühlen Farben aus dem blauen Farbspektrum geziert.

Cool or hot?
Wie auch bei den anderen Drachen aus seinem Portfolio setzt der kreative Designer bei beiden Flames auf die bewährte Zusammenarbeit mit der ­ame­rikanischen Drachenschmiede NewTech Kites. Nach Deutschland ­­werden die Modelle schließlich durch die in Bad Kissingen ansässige Firma Spiel­waren­haus Ahlert gebracht. Das Unternehmen ist Garant dafür, dass die angebotenen Drachen nicht das Budget der Drachenflieger sprengen. Die
beiden Flames machen hier keine Ausnahme. Obwohl es sich um Designer­drachen ­handelt, kommen sie zu einem Preis von unter 40,– Euro pro Stück in den Handel. Und wer sich für die „Cool Flame“ und die „Hot Flame“ im ­Doppel­pack entscheidet, der wird von Ahlert mit einem Rabatt belohnt, denn beide Drachen gibt es dann für knapp 70,– Euro.

Geliefert werden die Flames in einem durchsichtigen Köcher aus Plastik. Da diese Konstruktion über geschweißte Nähte verfügt, hält sich deren Lebensdauer in einem überschaubaren Rahmen. Ein neuer Drachenköcher lässt sich allerdings schnell aus Spinnaker nähen. Ebenfalls nicht recht überzeugen konnte die beigelegte Flugschnur aus gedrehtem Material. Indes, für den Einstieg ins Drachenhobby ist diese absolut ausreichend und für erfahrene Drachenflieger ist es kein Aufwand, auf hochwertigere Leinen umzurüsten. Hier Abstriche zu machen, um die Kosten im Rahmen zu halten, ist absolut legitim.

Die Mischung macht’s
Das eigentliche Objekt unserer Begierde wurde aus einem interessanten Materi­almix gefertigt. Während das Segel aus Spinnaker-Nylon zusammengesetzt ist, kommt beim Schwanz glänzendes Organza zum Einsatz. Die Drachenstäbe schließlich bestehen aus 3-Millimeter-GFK. Auf dem Segel wurde die Flam­mengrafik mittels Applikations­technik aufgebracht. Auf Kett und Schuss der einzelnen Segmente hat man dabei nicht geachtet. Verbunden wurden die einzelnen Segmente mit einfachem Zick­zack-Stich, überschüssiges Spinnaker hat man sauber und mit ausreichend Zugabe entfernt. Die konkave Segelkante an der Oberseite des Drachens wurde mit einer offenen Kapnaht geschlossen. ­A­n den Außen­seiten des Drachens hat man dagegen mit Saumband gearbeitet, das ­gleichzeitig eine Tasche ­bildet und so den ­äußeren Span­nstab aufnehmen kann. Letzterer verbleibt­ fest im Drachen und wird für den Transport nicht entfernt.­

Der Abschluss des Drachens wurde ebenfalls mit Saumband versehen, wobei man hier gleich den Drachen­schwanz aus Organza mit eingenäht hat. Dieser wiederum ist komplett mit einer offenen Kappnaht versäumt, sodass auch hier eine ausreichende Haltbarkeit gewährleistet ist. Apropos Haltbarkeit – wichtige Stellen des Drachens, wie beispielsweise die Stab­taschen, hat man aus haltbarem Dacron gefertigt. Lediglich die Ösen der Waage­schnur sind ohne Dacron in das Segel gestanzt. Insgesamt machen die beiden Flames einen sehr ordentlichen Ein­druck, was bei einem so niedrigen Ein­stiegs­preis nicht immer zu erwarten ist.

Aufgeflammt
Nach der eingehenden Betrachtung der beiden Brasington-Kreationen ­folgte nun der spannende­ Gang auf die Wiese, um die Flug­leistungen der Drachen zu beurteilen. Der Aufbau der Flames geht kurz und schmerzlos ­vonstatten. Einfach die beiden Spreizstäbe in die für sie vorgesehenen Stabtaschen an der Außenkante des Segels stecken und anschließend in das Eddy-Kreuz des Mittelstabs drücken. Fertig aufgebaut steht der Drachen schon nach wenigen Sekunden vor einem und spannt sich mit 56 auf 79 Zentimeter zur vollen Pracht auf. Klein ist der Drachen dabei ganz gewiss ­nicht, denn der Schwanz aus Organza trägt mit seiner Länge von 570 Zentimeter zur eleganten Erscheinung der Flames bei. Übr­igens: Auf der Rückseite des in der Tasche befindlichen Flyers befindet sich eine englischsprachige Anleitung, sodass auch Einsteiger ins Hobby die Flammen schnell und sicher auf­gebaut haben sollten.­

Der Drachen selbst verfügt über eine Zweipunkt-Waage mit einem festen ­Auf­hänge­punkt für die Flugleine. Letztere wird direkt am dafür vorgesehenen Knoten der Waage befestigt und der Drachen ist klar für seinen ersten Flug. Bedingt durch die handliche Größe der Flames können diese von nur einer Person­ gehandhabt werden.

Zwei-Elementen-Lehre
In der Luft angekommen, sucht sich der Drachen schnell seine Position und steht ruhig am Himmel. Auch Windböen bringen ihn nicht so schnell aus dem Gleichgewicht. Bleibt die Frage nach der Trimmung, schließlich ist der genannte, feste Knoten auf der Waage nicht gerade dazu geeignet, um den Drachen schnell und sicher auf unterschiedliche Winde einzustellen. Aber das Handling der Flames bleibt auch hier unkritisch. Bei dem vom Hersteller angegebenen Wind­bereich von 2 bis 4 Bft. brauchte der Drachen nicht nachgetrimmt zu werden. Man konnte stets die werkseitig eingestellte Waage benutzen. Denn der Drachen biegt sich bei stärkeren Wind­geschwin­digkeiten nach hinten durch und nimmt so Druck aus dem Segel. Erst kurz vor der magischen Marke von 4 Bft. und ganz gewiss über die Herstellerangabe hinaus muss die Waage justiert werden.

Etwas anders sieht es am unteren Ende des angegebenen Windspektrums aus. Die hier angegebenen 2 Bft. erscheinen doch ein wenig zu optimistisch. Die Testdrachen verspürten erst bei einer Brise am oberen Ende der Bft. Lust, sich in die Lüfte zu erheben. Aber auch dies ist ein ordentlicher Wert für einen Drachen, der mit GFK bestückt ist.

Feuersbrunst
In der Luft entfaltet sich sowohl die „Hot Flame“ als auch die „Cool Flame“ zu ihrer ganzen Pracht. Insbesondere die Schwänze aus Organza ziehen die Zuschauer in ihren Bann. Denn diese bewegen sich nicht nur sanft im Wind und folgen den Bewegungen des Drachens – nein – die Sonne zaubert auch ganz besonders schöne Lichtspiele auf den Schwanz und lässt diesen einmal hier, dann wieder da, leicht und schwerelos am Himmel glänzen.

Ebenfalls gut gefällt, dass sich die Flames recht simpel miteinander verketten lassen. Einfach eine zirka 120 Zenti­meter lange Schnur von der ohnehin vorhandenen Flugschnur abgeschnitten, diese an das Eddy-Kreuz des vorderen Drachens und ­an die Waageaufhängung des hinteren Drachens geknotet und los geht’s: das Flames-Gespann steht als Blickfänger am Himmel.

Feuer und Flamme
Für 39,99 Euro beziehungsweise 70,– Euro
bekommt man einen, respektive zwei Designerdrachen aus tasmanischer Konstruktion, die zum einen schnell aufgebaut und einfach zu handhaben sind und zum anderen eine richtig gute Figur in der Luft machen. Die beigelegte Flugschnur samt kurzer Aufbau­anlei­tung macht das Drachenset zudem anfängertauglich.

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