Sport & Design Drachen

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Eine Klasse für sich – Brasington-Drachen von NewTech Kites

von Redaktion • 12.3.2009 • Kategorie: Bauen & Fliegen • Sport & Design Drachen bestellen

Robert Brasington ist ein allseits bekannter Drachenbauer aus Neuseeland, dessen Konstruktionen durch ihr minimalistisches, an Architektur angelehntes Design auffallen. Seit Jahren ar­­bei­­­­tet Robert mit der amerikanischen Drachenschmie­de New­Tech Kites zusammen, deren Produkte in Deutschland durch das in Bad Kissingen ansässige Spielwarenhaus Ahlert vertrieben werden. 2009 gibt es eine wahre Flut an neuen Brasing­ton-Drachen im NewTech-Portfolio, sodass wir nicht umhin kommen, einen genaueren Blick darauf zu werfen.



Psychedelikite: Kiel mit integrierter Aufnahme der Flugleine

Zentralverbinder der rotierenden Einheit

Die Schaufeln des Hauptsegels

Der äußere Spreizstab ist bereits vormontiert

Beim Phoenix Rising handelt es sich um eine Abwandlung des Rokkaku

Sauber gefertigte Paneele

Der Heck­bereich des Phoenix Rising

Der Phoenix Tail ist wie sein Bruder Phoenix Rising eine Rokkaku-Form

Das Segel des Phoenix-Tails wird gespannt

Die Waage wird durch das Segel direkt auf den Stab geführt

Robert Brasingtons Designs zeigen ihre Wirkung: der Phoenix Tail

Aus den vielen, spannenden Dra­chen auf www.ahlerts.de haben wir uns drei Drachen aus der Brasington-Kollektion ausgesucht, die be­­sonders ins Auge stechen: Phoenix Tail, Phoenix Rising und Psychadelikite. Alle drei Drachen liegen preislich in der haushaltskassenfreundlichen Ecke und belasten das Budget der Drachenfreunde nicht sonderlich. Während der Psychadelikite für unter 30,– Euro in den Handel kommt, sind der Phoenix Tail und der Phoenix Rising für unter 50,– Euro zu haben. Dieser mehr als faire Einstiegspreis sollte im Hinterkopf behalten werden, wenn es an den Test der einzelnen Modelle geht. Denn solch exklusive Drachen würden woanders das Drei- oder Vierfache kos­ten. Sparmaßnahmen sind also notwendig, doch an den richtigen Stellen durchgeführt, sollten sie kein Problem sein.

Sparmodell?
Eine dieser Sparmaßnahmen ist sicherlich der Transportbehälter. Wo andere Exem­plare mit teuren Stoffbeuteln aufwarten, halten sich die drei Drachen von NewTech vornehm zurück. Alle drei Kreationen werden in einem durchsichtigen Klar­sichtköcher aus Plastik geliefert. Wen dieses kleine Manko stört, kann ihn ja aber schnell durch ein Modell aus Spinnaker ersetzen. Erfahrene Piloten werden auch die beiliegende Drachen­schnur austauschen. Für die ersten Flug­versuche reicht sie aber vollkommen aus. Dies soweit zum Thema günstiger Ein­stiegspreis und damit einhergehender Sparmaßnahmen.

Ansonsten sehen die drei Drachen ganz und gar nicht nach Sparmodellen aus. Viel mehr machen sie schon beim ersten Auspacken einen hochwertigen Eindruck und flößen aus dem Stand heraus Vertrauen ein. Doch betrachten wir uns die Drachen zunächst im Einzelnen.

Phoenix Tail
Der Phoenix Tail ist nach Roberts eigenen Angaben eine Variante eines guten, alten Bekannten: des Rokkakus. Und wirklich, die Geometrie wurde ein wenig verän­­dert, das untere Spreizenpaar drastisch verkürzt und der zwischen den Spreizen liegende Stoff in eine Rundung gebracht. Die Nähe zum Rokkaku ist auffällig, aber dann doch nicht so deutlich, dass der Phoenix Tail wie eine Kopie des asiatischen Urvaters wirkt. Aufgebaut wird der Drachen recht simpel. Und wer sich nicht an den Aufbau eines Rokkakus erinnern kann, dem wird durch die beiliegende Aufbauanleitung weitergeholfen. Der Kielstab ist zweigeteilt und in der Mitte gemufft. Der untere Spreizstab wurde bereits fertig montiert und mittels Gummiring am Kielstab befestigt. Dieser ist zur Montage einfach um 90 Grad zu drehen und in die Stabtaschen des Se­­­gels zu stecken. Der obere Spreizstab ist ebenfalls zweigeteilt. Dieser wird zunächst in die Muffe gesteckt, anschließend durch den Gummiring am Kielstab geführt und schließlich in die Stabtaschen des Segels gesteckt. Fertig steht der Drachen aufgebaut vor einem.

Die Waage ist bereits montiert und läuft durch das Segel hindurch direkt auf die 5-Millimeter-Stäbe. Was fehlt ist die Spannung des Segels, aber dies ist schnell und einfach mit den Schnurspan­­­nern auf der Rückseite des Se­­gels ge­schehen. Im aufgebauten Zu­stand misst der Phoenix Tail 150 x 134 Zentimeter. In den Handel kommt er in einer Farbversion: einem Verlauf aus Rot, Orange, Grau, Weiß und Schwarz. Das Segel macht einen ordentlichen Ein­druck, wenngleich die Nähte mit ein we­­nig mehr Sorgfalt hät­­­ten verarbeitet werden können. So schwan­­ken teil­wei­se Stichlänge und -verlauf des Zick­­zack­stichs. Ebenso wurde nicht auf eine ausreichende Versorgung des Näh­fadens geachtet. Aber dem positiven Gesamt­eindruck schadet dies nicht weiter. Gut gefallen hat uns wiederum, dass Kett und Schuss weitgehend beach­tet wurden. Zwar sieht dies auf den ersten Blick nicht so aus, betrachtet man sich das Segel aber genauer und überlegt, wie sich die Kraft im Flug verteilt, ergibt die Segmentierung von NewTech durchaus ihren Sinn. Die einzelnen Segmente des Segels wurden mittels Segelmachernaht miteinander verbunden und sämtliche Schlepp­kan­­­­ten mit einer offenen Kapp­naht verse­­­hen. Stabtaschen und Stab­führungen sind aus Dacron gefertigt.

Phoenix Rising
Phoenix Rising ist seinem Bruder Phoenix Tail sehr ähnlich. Genau genommen handelt es sich hier ebenfalls um eine Rokkaku-Abwandlung, wenngleich dieser Drachen enorm gestreckt wurde. 2 Meter ist dieser Drachen lang – bei einer maximalen Spannweite von gerade einmal 60 Zentimeter. Auch hier wurde der Kielstab zweigeteilt, während die vier Spreizstäbe einfach in den Eddyverbinder am Kiel und die zugehörigen Stabtaschen am Segel einzustecken sind. Der Aufbau des Drachens ist somit in nur wenigen Minuten erledigt.

Wie schon beim Phoenix Tail wird die Waage durch das Segel hindurch direkt auf die Stäbe geführt. Das eigentliche Se­­gel ist ebenfalls in nur einer Farbvariante erhältlich. Stärken und Schwächen der Verarbeitung sind, wie erwartet, auch identisch mit denen des Phoenix Tails.

Psychadelikite
Ein ganz anderes Konzept verfolgt Robert Brasington jedoch mit dem Psychadelikite. Hier ist nicht mehr die Rede von einer Rokkaku-Kopie. Hier handelt es sich um einen ganz anderen Drachen, der seine Wurzeln eher beim Radschläger der Düsseldorfer Drachenfreunde findet. Dank des hohen Vormontage-Grads ist er recht schnell aufgebaut. Die komplette Kielsektion, das Drehelement und die äußeren Spreizstäbe des Hauptsegels sitzen bereits an der richtigen Stelle. Was noch erwartet wird, ist das Platzieren der sechs 4-Millimeter-Stäbe, die das Hauptsegel endgültig aufspannen. So zusammengesteckt erhält man einen Drachen mit den Maßen 90 auf 105 Zentimeter. Von der Verarbeitungstechnik her ähnelt der Psychadelikite seinen Brüdern aus der Phoenix-Fraktion, wenngleich die Nähte einen deutlich besseren Eindruck machen.

Bruderzwist
Insgesamt machen der Aufbau und die Verarbeitung aller drei Drachen einen recht guten Eindruck, über kleinere Mängel hilft der mehr als günstige Einstiegspreis leicht hinweg. Spannend wird es, wenn sich die drei Drachen auf der Wiese bewähren müssen. Schauen wir zunächst einmal auf den Phoenix
Tail und den Phoenix Rising. Der Tail ist von einer Person schnell aufgebaut. Die Waage ist bereits justiert, kann aber über den Rutschknoten schnell und sicher auf die herrschenden Windgeschwin­digkeiten eingestellt werden. Jetzt noch die Schnur auf der Rückseite des Dra­chens gespannt und es kann losgehen.



Der Phoenix Tail benötigt sicherlich keine Startmannschaft und kann auch aus der Hand des Piloten direkt an den Himmel gebracht werden. Bei böigem Wind empfiehlt sich jedoch ein Hoch­start. Angegeben wird der Windbereich von 2 bis 5 Bft. Dies erscheint bei unseren Tests ein wenig optimistisch. Nach unten hin ist der Drachen sehr willig, in den oberen Windbereichen zeigt der Phoenix Tail aber schnell seine Grenzen auf.

Unser Exemplar demonstrierte seinen Unwillen ab einer Windstärke von 4 Bft. Ab 5 Bft. neigte er dazu, nach einer Seite hin auszubrechen. Eine Hilfe wäre hier eine Markierung auf der Spannschnur,
die zeigt, wie stark der Drachen gewölbt werden kann. Es empfiehlt sich daher, den Phoenix Tail eher im unteren Windbereich zu fliegen, was für einen Einsteigerdrachen auch vollkommen
ausreichend ist.

Wesentlich lockerer ist das Handling des gestreckten Phoenix Rising. Der Drachen wird einfach in den Wind gehalten, Schnur gegeben und das war’s. Auch stärkere Windböen werden noch ausgependelt und der Windbereich ist deutlich größer als bei seinem Bruder Phoenix Tail. So flog unsere Version auch noch stabil jenseits der angegebenen Maxi­malmarke des Herstellers und quittierte erst ab einer Windstärke von 6 Bft. seinen Dienst.

In den Bann gezogen
Beim Psychedelikite gibt es keine Waage, auf die man Rücksicht nehmen müsste. Vielmehr bilden Kiel und Schnur eine Einheit. An Letztere wird die Drachen­leine angebunden und anschließend der Drachen in den Wind gehalten. Jetzt entfaltet er seine ganze Wirkung, denn das Hauptsegel fängt an zu rotieren. Schnell merkt man, wie Robert auf den Namen des Drachens gekommen ist, denn die nunmehr immer schneller rotierende Scheibe zieht den Betrachter unweiger­­lich in ihren Bann. Jetzt noch ein wenig Leine gegeben und der Psychedelikite sucht sich seine Position am Himmel. Hier steht er recht stabil und pendelt auch stärkere Böen ohne größere Probleme aus. Vom Windbereich her können wir die Angaben des Herstellers bestätigen. Ab einer Windstärke von 3 Bft. hebt sich der Drachen in die Luft, ab 5 Bft. fühlt er sich dann sichtlich unwohl am Himmel. Schön anzusehen ist das sich immerfort drehende Segel, nur das weiße Herstel­­lerfähnchen am schwarzen Kiel stört ein wenig. Aber mit einer Schere ist auch dieser Umstand im Zweifel schnell beseitigt.

Spaßmacher
Alle drei Drachen aus NewTechs Brasing­ton-Kollektion machen ordentlich Spaß. Phoenix Tail und Phoenix Rising machen durch ihre Form und ihre Farben einen richtig guten Eindruck am Himmel. Wenn wir uns für einen Drachen entscheiden müssten, wäre es der Phoenix Rising, denn dieser steht einfach einen Tick ruhiger am Himmel als die anderen und ist absolut unproblematisch zu hantieren. Der Psychedelikite ist eine Klasse für sich. Problemlos zu handeln steht er ruhig am Himmel und dreht dort im wahrsten Sinne des Wortes seine Kreise. Ein Drachen für alle Stunden eben, der sowohl durch seine Dynamik als auch der guten Verarbeitungsqualität im Verhältnis zum günstigen Preis von knapp 30,– Euro seine Freunde in der Drachen­gemeinde finden wird.

Keine Antworten »

  1. Wer schreibt denn wieder mal diesen Artikel über Robert Brasington. Wenn man über einen solch ausgezeichneten Drachenbauer schreibt, sollte man sich zuerst mal richtig kundig machen. Aber man ist es ja inzwischen gewöhnt, dass geschrieben wird, ohne zu recherchieren. Der wirkliche Drachenkenner weiß, wo Robert herkommt: Nicht aus Neuseeland sondern aus Binalong Bay (St. Helens), Tasmanien! Und Tasmanien ist nicht Neuseeland, sondern ein Staat Australiens!

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